Aufwärtstrend beim Dombauverein: Immer mehr Mitglieder

Von: Thomas Kreft
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Dombauverein
Volles Haus zur Generalversammlung: Der Aachener Dombauverein freut sich über immer mehr Mitglieder. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Er wächst und wächst, gegen den gesellschaftlichen Trend: der Aachener Karls- und Dombauverein. Es ist schon fast zur Tradition geworden, dass der Vorsitzende Dr. Jochen Bräutigam bei der Generalversammlung die steigende Mitgliederzahl verkündet.

Diesmal wurde mit 139 „Neuen” gar die 2000 überschritten. Jubelmitglied war im Juni ein Verein, nämlich die katholische Studentenverbindung Franconia. Selbst schon Aachener Urgestein, traten mit ihr gleich 30 junge Studenten ein, was den Vorsitzenden besonders freute. Denn damit ist das Klischee einer Rentnertruppe einmal mehr widerlegt.

Beim Kirchweihfest im Juli war der Karlsverein mit einem Stand präsent, was mit zehn weiteren Beitritten quittiert wurde. Nun hat der Verein auch einiges zu bieten: Bräutigam erinnerte an die vertikalen Domführungen mit Besichtigung der Turmkapellen, Galerien und Dachböden, woran 200 Mitglieder teilnahmen. Im Rahmen der Führungen unter dem Motto „Der Aachener Dom im Detail” ließen sich 300 Mitglieder am Karlsthron die jüngsten Forschungsergebnisse erläutern.

Die Reihe widmete sich ferner den Bronzegittern und -türen, dem Wolf und dem Pinienzapfen, dem Barbarossaleuchter und dem Adlerpult. Besonderen Reitz erregen ungeklärte Fälle, und so galt eine Veranstaltung den verschollenen Ausstattungsstücken des Doms - exklusiv für die Mitglieder. Im Advent lauschten derer über 500 der Musik zu Nacht.

Ein Grund, dem Karlsverein anzugehören, ist die Schriftenreihe, die käuflich nicht zu erwerben ist. Sie befasst sich mit den Restaurierungen und mit der Geschichte des Aachener Münsters. Den neu erschienenen Band „Auf den zweiten Blick - der Aachener Dom im Detail” hat Hans Jürgen Roth verfasst. Der Beitrag wird durch viele Detailaufnahmen von Motiven ergänzt, die man in situ kaum erkennen kann.

Das sind zum Beispiel die Bodenplatten des Barbarossaleuchters, eingeritzte Zeichen und Muster im Karlsthron, die Schlusssteine der Chorhalle oder Einzelheiten der Heinrichskanzel. Seit seiner Gründung 1847 trägt der Karlsverein Geld für die Restaurierungen des Münsters zusammen.

2008 verzeichnete Schatzmeister Dr. Karl-Heinz Paffen 299.000 Euro Einnahmen, davon 42.000 Euro aus Beiträgen, 37.000 Euro aus Spenden, 188.000 Euro aus dem Spiel 77 und 22.000 Euro Guthabenzinsen.

Ausgegeben wurden 326.000 Euro, darunter neben den üblichen 260.000 Euro an den Förderhaushalt des Domkapitels eine Dienstleistungspauschale von 25.500 Euro und 5.000 Euro für ein drahtloses Audiosystem für Domführungen.

Dompropst Msgr. Helmut Poqué bekräftigte den Willen, das Bauwerk, aber auch dessen theologische Idee an kommende Generationen weiterzugeben. Dombaumeister Helmut Maintz ließ die Grabungen und die Restaurierung von Marmor und Mosaiken Revue passieren. Das Südostjoch des Oktogonumgangs ist jetzt fertig, nun ist das Südjoch an der Reihe. 2010 sei die Sanierung des Westjochs mit der spannenden Suche nach dem Karlsgrab sowie die Restaurierung des Kuppelmosaiks geplant. Als neue Geldquelle nannte Maintz die Unesco.

Bisher sei der Titel Weltkulturerbe eher ideeller Natur gewesen, nun gebe es einen Fördertopf von 150 Millionen Euro für die Unesco-Stätten in Deutschland. Die Stadt müsse daraus Mittel für den Dom beantragen. Weiter informierte Maintz, dass die Dombaumeistertagung 2009 nach 35 Jahren wieder in Aachen stattfindet.
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