Auftakt zur „Streetsoccer NRW-Tour 2009”

Von: Robert Flader
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Fußball in der Stätte der Denker: Im Kármán-Forum wurde die diesjährige Streetsoccer-Tour angepfiffen. Alle waren mit Spaß bei der Sache. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Mit Fußball hat das Kármán-Auditorium normalerweise nichts zu tun. Hier tummeln sich überwiegend die Wissenschaftler der RWTH, auf dem Innenhof wird in den Vorlesungspausen zuweilen gerne über Brecht und Kästner diskutiert.

Doch für einen Tag sollte sich das ändern: Die „Streetsoccer-Tour 2009” war zu Gast und das inmitten von Germanisten, Soziologen und Philosophen.

Wobei der Anblick schon skurril anmutete, mitten im Innenhof entblößte sich ein künstlicher Fußballplatz mit riesigen Banden und meterhohen Netzen - als Schutz, damit die Bälle bei allzu heftigen Fehlschüssen nicht auf Nimmerwiedersehen Richtung Markt oder Pontstraße verschwanden.

Doch nicht etwa Profifußballer traten im Kampf um Tore und Punkte an, sondern Schüler von sieben Schulen. Machte aber nichts, denn auch so wurde hochkarätiger Sport geboten.

Und das aus gutem Grund: Unter dem Motto „Kick racism out” startete die diesjährige Streetsoccer NRW-Tour und machte gleich zu Beginn halt in Aachen - zum ersten Mal überhaupt.

Insgesamt sechs Förderschulen und die Hauptschule Eilendorf nahmen an dem Turnier, das durch elf Fan-Projekte in NRW vor vier Jahren ins Leben gerufen wurde, teil.

„Wir wollen durch den Fußball das Miteinander dokumentieren und dabei natürlich auch die Förderschulen mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken”, verdeutlicht Kristina Walther vom Fan-Projekt Aachen das Ziel der Veranstaltung, bei dem im Format drei gegen drei gespielt wurde.

„Das Turnier im Zentrum vor möglichst vielen Leuten auszutragen war uns sehr wichtig.”

Gefördert wird die Streetsoccer-Tour, die bis Oktober in zehn weiteren Städten in NRW Station machen wird, durch das Landes-Integrationsministerium. Auch die Stadt Aachen und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) beteiligten sich. „Das ist ja auch wirklich eine tolle Sache, Jugendliche mit unterschiedlichster Herkunft bei solch einem Event zusammenzuführen”, so Walther.

Schließlich war Spannung garantiert, als die „Kennedy Soccers” gegen die „Eilendorf Allstars”, die „Kurbrunnen Players” gegen die „Tiger&Dragons” antraten: Schüler aus den Jahrgangsstufen 7 und 8 traten bei der Jagd auf den Turniersieg an, der allein aber nicht ausschlaggebend für eine erfolgreiche Teilnahme war. „Ob man gewinnt oder nicht: Der Fußball mit seinem integrativen Grundgedanken kann Grenzen überwinden”, unterstreicht Walther. „Es geht ja vor allem um den respektvollen Umgang miteinander.”

Aachen soll in den kommenden Jahren ein regelmäßiger Austragungsort der Streetsoccer-Tour werden und dabei nach Möglichkeit auch noch mehr Schulen anlocken.
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