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Aufschlag für Blau-Weiss geht bei der Politik vorerst ins Leere

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Als Standort für eine neue Tennishalle im Visier: Bundesligist Blau-Weiss Aachen hat ein Auge auf das Sportgelände an der Robert-Schuman-Straße geworfen. Auch am Waldfriedhof wäre ein Neubau denkbar. Doch die Politik pocht auf eine öffentliche Debatte.

Aachen. Der jüngste Aufschlag der Verwaltung zugunsten des Tennis-Bundesligisten Blau-Weiss ist im Planungsausschuss erst einmal gründlich danebengegangen. Hintergrund: Der Verein ist in die Bredouille geraten, seit er seine angestammte Sporthalle im ehemaligen Hotel Schweizerhof in Lichtenbusch nicht mehr nutzen kann.

Die Verwaltung servierte nun gleich zwei Optionen, um Abhilfe zu schaffen. Erstens: Errichtung einer neuen Halle am Kornelimünsterweg nahe dem Waldfriedhof. Dort residiert der Aachener Turnverein, der dem Ansinnen einer gemeinsamen Nutzung positiv gegenüberstehe. Zweitens: Neubau auf dem großen Sportgelände zwischen Siegelallee und Robert-Schuman-Straße. Die Crux: Für beide Standorte müsste zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Abgesehen von den Vertretern der CDU-Fraktion kritisierten die Politiker indes einmütig, dass der Vorstoß nicht mit den zunächst zuständigen Gremien, nämlich dem Sport- und dem Schulausschuss, abgestimmt sei. Tenor: Sowohl das Einhard-Gymnasium als auch die Hauptschule Burtscheid seien auf den Platz angewiesen. Der Hinweis der Planer, dass die Einrichtungen „in das Nutzungskonzept einzubinden“ seien, sei da wenig hilfreich. Zudem sei nicht ersichtlich, ob am Ende womöglich gleich zwei neue Hallen ins Auge gefasst würden – was Vertreter von Blau-Weiss am Rande der Sitzung gegenüber der AZ indes mit Nachdruck zurückwiesen.

Dennoch: Das Vorhaben sei mit allzu heißer Nadel gestrickt, monierten SPD, Grüne, FDP, Piraten und Linke. Generell müssten zunächst Möglichkeiten für weiteren Wohnungsbau geprüft werden, wenn über eine Verlagerung des Platzes an Siegel nachgedacht werde, wie in der Vorlage dargelegt. „Der Bedarf des Vereins ist völlig unstrittig“, gab denn auch Claus Haase (SPD) zu Protokoll. Man dürfe aber nicht den Eindruck entstehen lassen, dass kurzerhand Fakten geschaffen würden, um einem willigen Privatinvestor flott den Weg zu ebnen. Im Sinne der „öffentlichen Hygiene“ sei es geboten, zunächst mit den betroffenen Schulen zu sprechen und die zuständigen Ratsausschüsse im Vorfeld zu beteiligen. So soll es jetzt geschehen.

Vorerst ausgebremst wurde im Ausschuss ferner die geplante Liberalisierung der Straßennutzungssatzung für Geschäfte. Dass den Läden in der City künftig gestattet werden soll, kleinere Objekte wie Fahrradständer oder Blumenkübel kostenfrei vor den Schaufenstern zu platzieren, wurde zwar einhellig begrüßt. Allerdings sei die Kommission für Barrierefreies Bauen nochmals zu beteiligen, um Nachteile für Behinderte grundsätzlich auszuschließen. Zudem legt die Verwaltung weiterhin Wert darauf, dass sie über jegliche schmückende „Accessoires“ vor den Geschäften zumindest in Kenntnis gesetzt wird, um Auswüchse gegebenenfalls rechtzeitig unterbinden zu können.

Erhaltungssatzung abgelehnt

Eine klare Absage erteilten CDU und SPD dagegen dem Vorschlag der Verwaltung, eine Erhaltungssatzung zur Sicherung der Wohnbebauung im Umfeld des Kaiserplatzes zu verabschieden. Was vor allem Grüne und Linke auf die Palme brachte: Im Schatten des Aquis Plaza habe die Stadt in der Vergangenheit bereits den Abriss zahlreicher alter Häuser zugelassen; dem müsse nun Einhalt geboten werden, um zunächst den Abriss eines besonders prägnanten Gebäudes an der Ecke Martin-Luther-Straße zu verhindern. „Statt dessen gibt die Große Koalition eine wichtige Möglichkeit zur Steuerung der weiteren Entwicklung rund um den Kaiserplatz einfach aus der Hand“, wetterte Grünen-Ratsherr Michael Rau.

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