Aachen - Aufregung um Container zur Entsorgung von Haustieren

Aufregung um Container zur Entsorgung von Haustieren

Von: Joachim Rubner
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Wollen etwas gegen das Aussetzen von Tieren tun: Die FH-Studentinnen Birke Brunker, Christina Koch und Natascha Ferres (von links) am Dienstag vor den „Tier-Entsorgungs-Containern”. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Drei neue Container für braunes, grünes und weißes Altglas sorgten am Dienstag am Pontdriesch für viel Aufmerksamkeit, ungläubiges Staunen, bei manchen Passanten aber auch für Verärgerung. „Hunde-”, „Katzen-” und „Kleintierentsorgung” klebt gut sichtbar in gelb-weißen Aufklebern auf den Altglas-Containern.

Ein stilisierter Hund, eine Katze und ein Kaninchen, die von einer Menschenhand im Nacken gepackt werden, sind auch abgebildet. „Liebe Bürgerinnen und Bürger”, ist weiterhin zu lesen, „die Erfassung ausgesetzter Tiere erfolgt in ihrem Gebiet nun durch ausgezeichnete Container wie diese”.

Es folgen noch Erklärungen über die „ordnungsgemäße Befüllung” dieser Behälter mit Tieren und ein Hinweis über die tägliche Leerung durch Mitarbeiter des Tierheims.

Um die Sache noch realistischer zu gestalten, wurde von den Initiatoren der Container-Aktion, fünf Mediendesign-Studierende aus dem Fachbereich Gestaltung der FH, im Hundecontainer ein Kassettenrekorder versteckt, der das Jaulen eines Hundes erklingen lässt, auch eine leichte Hundeleine hängt aus dem Loch, das zur Befüllung der Container dient.

Die Studenten Julia Schipper, Birke Brunker, Markus Clausing, Natascha Ferrest und Christina Koch haben bei Professor Christoph Scheller im Kurs „Goldideen” diese Idee entwickelt.

Einige Senioren, die schon relativ früh Richtung Heilig Kreuz-Kirche gehen, reagieren sofort. Sie informieren über Handy die Polizei, die wiederum den 1. Vorsitzenden des Aachener Tierschutzvereins anruft.

Lutz Vierthaler ist aber ebenfalls vor Ort und hatte die Polizei im Vorfeld über die Aktion unterrichtet...

Erst Ärger, dann Zustimmung

Ein anderer Passant füllt etwas später in aller Ruhe leere Weinflaschen in den Container und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

„Als Scherz” ordnet er die Aktion ein. Ein junges Mädchen wiederum geht erst vorbei und kommt später mit einer Freundin wieder. Der Ärger ist deutlich in ihren Gesichtern zu lesen.

Nach einigen Sätzen klärt sich alles auf, und die Aktion für das Tierheim findet Zustimmung. Das tut sie auch unumschränkt bei Lutz Vierthaler.

„Die Idee ist ganz prima, denn für viele Menschen verlieren Tiere immer mehr an Wert. Wenn man sie nicht mehr mag, darf man sie heute entsorgen”, sagt der Fachmann, dem es schon jetzt wieder vor den nächsten Wochen graust, wenn tierische Weihnachtsgeschenke - wie alle Jahre wieder - das Tierheim füllen werden.

„Leider ist das Aussetzen von Tieren heute gang und gäbe”, sagt Vierthaler. 1200 Haustiere wurden im Jahr 2007 im Zuständigkeitsbereich des Tierheims Feldchen ausgesetzt, im vergangenen Jahr waren es sogar 1700.

Erneut kommt eine ältere Frau an den Containern vorbei. Sie wird durch das Gejaule aufmerksam, blickt auf die Tierabbildungen und ist schockiert. Irritiert zieht sie an der Leine, da sie im Innern des Behälters den jaulenden Hund vermutet.

Erleichterung tritt ein, als ein kleines rundes Schild aufklappt: „Danke, dass Sie sich sorgen, aber hier wurde kein echter Hund eingeworfen”, steht darauf neben weiteren Erklärungen zu lesen.
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