Aufregung am Lousberg: Bunker abgerissen, Bauprojekt verkauft

Von: Oliver Schmetz
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Der Bunker ist weg, der Ärger bei den Anwohnern bleibt: Aktuell herrscht Unruhe an der Rütscher Straße, weil das Wohnungsbauprojekt von der Landmarken AG weiterverkauft wurde. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Dieser Bunker hat schon jede Menge Schlagzeilen geschrieben – zumindest seit der Aachener Investor und Projektentwickler Norbert Hermanns mit seiner Landmarken AG den Betonklotz in der Rütscher Straße erworben hat, um dort Wohnungen zu bauen. Schon als die ersten Pläne bekannt wurden, das Weltkriegsrelikt abzureißen, provozierte das Widerstand in der Nachbarschaft.

Es wurde die „Bürgerinitiative Lousbergbunker“ gegründet. Dann wurde die Art des Abrisses angefochten, was sogar die Gerichte beschäftigte, die sogenannte Lockerungssprengungen untersagten.

Jetzt ist der Bunker endgültig Geschichte, weil – mit erheblicher Verzögerung – komplett abgerissen, und wieder herrscht Aufregung in der Nachbarschaft. Denn das gesamte Bauprojekt ist mittlerweile weiterverkauft worden, wie der Sprecher der Landmarken AG, Kolja Linden, der AZ auf Anfrage bestätigt.

Neuer Inhaber ist demnach die BPD Immobilienentwicklung GmbH, die in den Niederlanden, in Frankreich und an acht Standorten in Deutschland Niederlassungen betreibt und nach eigener Darstellung zu den größten Immobilienentwicklern in Europa gehört. Die Kölner Niederlassung realisierte beispielsweise auf dem Gelände eines ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes in Köln-Nippes für rund 83 Millionen Euro 430 Wohnungen.

Seit am Aachener Lousberg vor kurzem die ersten Gerüchte aufkamen, dass Hermanns die geplanten Lousberghöfe – so der Projektname – nicht wie versprochen realisieren wolle, sondern das Grundstück zum Verkauf stehe, befürchten viele eine neuerliche Verzögerung. Dann sei „nach unserer Ansicht mit dem Beginn einer Bebauung nicht vor zwei Jahren zu rechnen“, sagt Hermann Tücks von der Bürgerinitiative, der außerdem die Frage stellt, wer wann und wie die Baustelle beziehungsweise den Lousberg vor einem Abrutschen Richtung Rütscher Straße absichert.

Doch laut Kolja Linden sind diese Sorgen unnötig. „Für die Anwohner wird sich überhaupt nichts ändern“, sagt der Landmarken-Sprecher. Das Projekt solle so, wie es zuletzt in der Bauvoranfrage dargestellt worden sei, umgesetzt werden. Es bleibt demnach also bei dem Vorhaben, vier Mehrfamilienhäuser an der Rütscher Straße mit rund 40 Eigentumswohnungen und fünf bis sechs Stadthäuser zur Försterstraße hin nebst einer Tiefgarage mit 60 Stellplätzen zu errichten – bloß baut nun jemand anders.

„Das ist ein ganz normaler Vorgang, eine ganz normale Arbeitsteilung“, sagt Linden. „Wir sind Projektentwickler und verkaufen an jemanden weiter, der das Vorhaben umsetzt.“ Und dieser „Jemand“ sei in diesem Fall ein „großes, angesehenes Unternehmen“.

Im Übrigen werde man die Planung des Projekts Lousberghöfe noch weiterführen, bis der Bauantrag fertig sei. Letzteren wolle man dann zum Jahreswechsel 2015/16 einreichen, so Linden: „Und wenn die Baugenehmigung vorliegt, erfolgt erst der Übergang auf den neuen Besitzer.“

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