Aachen - Aufregende Suche nach der eigenen Identität

Aufregende Suche nach der eigenen Identität

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
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Sie laden zu den Jugendfilmtagen ins Apollo Kino: Vertreter und Vertreterinnen der Aachener Beratungsinitiativen, die sich den jungen Menschen vorstellen wollen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Freundschaft, Liebe, Familie, soziales Umfeld und nicht zuletzt Sexualität – auf der Schwelle zum Erwachsenwerden sind das alles hochbrisante Themen. „Aufregende Jahre – auf dem Weg zur eigenen Identität“ ist daher am 4. und 5. April das Thema der Jugendfilmtage im Apollo.

Veranstalter ist der Arbeitskreis der Aachener Beratungsinitiativen „AK 6 und mehr“, der vor den Filmvorführungen mit einer großen Rallye über die eigenen Angebote informiert und die Diskussion über Themen anregt, über die man sich sonst vielleicht nicht zu sprechen wagt.

Sexting, K.O.-Tropfen, Geschlechterrollen, die eigene sexuelle Orientierung, das erste Mal und wie man sich dabei vor Schwangerschaft und Krankheiten schützt – unzählige Fragen und verunsichernde Themen prasseln in der Pubertät auf junge Menschen ein. Offen darüber zu sprechen fällt oft schwer. Solche scheinbaren „Tabus“ zu brechen gelingt den Jugendfilmtagen regelmäßig sehr gut, erzählt Simon Kluge vom Apollo-Kino, das die Aktion seit ihrem Entstehen vor 13 Jahren ausrichtet. „Das Schöne ist, dass Hemmungen fallen und ein ganz offenes Reden über Sexualität möglich wird.“

Den offenen Dialog erzielen die Beratungsinitiativen, darunter die Caritas-Familienberatung, das Gesundheitsamt, das schwul-lesbische Aufklärungsprojekt „Schlau- Aachen“ und die Aids-Hilfe über eine Mitmach-Aktion vor dem Kinoprogramm. Wer die Aufgaben von mindestens sechs Rallye-Stationen erfüllt hat, bekommt zur Belohnung „Gummi oder Gummi“ – Gummibärchen oder Kondome.

In einer Grabbelkiste enthaltene Gegenstände regen zu Assoziationen an – ist das nun eine Tube Hautcreme oder doch eher Gleitgel? – und sind dadurch „automatisch altersadäquat“, meint Heidi Dirks von der Schwangerschaftskonfliktberatung donum vitae. An der Station des Frauennotrufes wird es um das Thema „Sexting“ gehen – das Versenden erotisch gemeinter Inhalte per SMS oder Chat.

Wann haben die meisten Jugendlichen ihr erstes Mal und tut das nun weh oder nicht? Die Diskussion über sexuelle Mythen will der Stand von pro familia anregen. Dabei gehe es weniger um ein wahr oder falsch, sondern um das eigene Wahrnehmen und die Stärkung einer eigenen Haltung, die bei der sexuellen Orientierung sehr wichtig sei, so Ina Biermann von der Sexualberatungsstelle.

Aufgegriffen werden die Themen Sexualität, Liebe und Freundschaft natürlich auch in den ausgewählten Filmen. In drei Vorführungen wird die Roadtrip-Story „Tschick“ zu sehen sein, in der der 14-jährige Außenseiter Mike mit dem titelgebenden Tschick auf eine aufregende Reise in dessen walachische Heimat aufbricht. Zwar körperlich „Auf Augenhöhe“ begegnen sich Heimkind Michi und sein kleinwüchsiger leiblicher Vater im gleichnamigen Film, doch den Vater nicht nur als Witzfigur zu sehen, fällt Michi zunächst schwer.

Das Ziel der Veranstalter ist, die verschiedenen Beratungsstellen bei Schülern und Lehrern bekannt zu machen – um im Anschluss an die Filmtage mit Unterrichtsbesuchen weitere Aufklärungsarbeit zu leisten, aber auch, damit die rund 500 Jugendlichen, die jährlich an der Aktion teilnehmen, wissen, wohin sie sich auf ihrer Identitätssuche mit Fragen und Problemen wenden können.

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