Aufgabenflut: Das Ordnungsamt rüstet personell auf

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
ordnungbild
Wie leergefegt: Die Auflösung der Drogenszene am Kaiserplatz ist nur eine von vielen Aufgaben des Foto: Michael Jaspers

Aachen. Hundehalter sollen den Mist ihrer Vierbeiner gefälligst selbst wegmachen. Hat die SPD verpflichtend gefordert. Kontrollieren soll das das Ordnungsamt. Dessen Außendienstler haben dieser Tage den Blick aber nicht nur nach unten, sondern auch nach oben gerichtet.

Als es taute, war Eiszapfenkontrolle angesagt. Ganz „nebenbei” überwachen sie die „Räumung” des Kaiserplatzes in Sachen Drogenszene - die bislang dem Vernehmen nach vorzüglich klappt. Daneben ist das Ordnungsamt gegen Bettelei auf Aachens Straßen im Einsatz. Und gegen Ruhestörungen. Und zur Überwachung des Jugendschutzes. Und gegen Alkoholmissbrauch auf offener Straße. Und alsbald natürlich wieder auf der „Pontschiene”, und, und, und.

Die Liste der Aufgaben ist mittlerweile ellenlang - und sie wächst den Ordnungshütern langsam, aber ganz sicher über den Kopf. 15 Außendienststellen hat das Ordnungsamt, drei sind derzeit nicht besetzt. Vor allem im Sommer soll aber auch noch im Schichtbetrieb rund um die Uhr gearbeitet werden. „Vergangenes Jahr ist das Team angesichts der Aufgabenvielfalt auf dem Zahnfleisch gegangen”, beschreibt Ordnungsamtsleiter Detlev Fröhlke die Lage. Doch das soll sich bald ändern.

Auf den Internetseiten der Stadt sind „mehrere Stellen” im Außendienst des Ordnungsamts ausgeschrieben. Zunächst, so Fröhlke, geht es um die Wiederbesetzung der vakanten Posten. Aber eine Aufstockung um insgesamt acht Vollzeitstellen ist ins Visier genommen. Da müsste die Politik in den Haushaltsberatungen noch zustimmen. Fröhlke hofft, dass es so kommt: „Wir wollen uns für die Zukunft aufstellen”, sagt er. Erst einmal für die sehr nahe Zukunft. Zum normalen Sommerbetrieb wird schließlich dieses Jahr noch die Fußball-WM dazukommen.

Die Ausschreibung läuft jedenfalls hervorragend. Schon über 100 Bewerbungen sind eingegangen. Darunter sind Bewerber aus Verwaltungskreisen, die neue Herausforderungen suchen, darunter sind aber auch zum Beispiel Mitarbeiter von Bewachungsfirmen und aus vielen anderen Branchen. Sie müssen einige Anforderungen erfüllen. Die Stadt will aus Erfahrungen - man erinnere sich an den jüngsten Prozess, bei dem zwei Mitarbeiter angeklagt waren - lernen. So wird „freundliches und sicheres Auftreten im persönlichen Umgang mit dem Bürgern” als ebenso selbstverständlich angesehen wie auf der anderen Seite „erhebliches Durchsetzungsvermögen und Verhandlungsgeschick, insbesondere im Kontakt mit âproblembelastetemÔ Publikum”. Physisch und psychisch belastbar und stressresistent muss man überdies sein. Abend-, Nacht- und Wochenenddienst darf man auch nicht abgeneigt sein.

Detlev Fröhlke ist überzeugt, eine gute Auswahl treffen zu können. Zumal man mittlerweile mehr bezahlen könne. Fehlt nur noch das Plazet der Politik. Im Ordnungsamt jedenfalls richtet man den Blick schon mal nach vorne. Zu tun gibt es - auch ohne die beantragte Hundehaufenkontrolle - reichlich.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert