Aufgabe von Spielplätzen kontrovers disktutiert

Von: Stephan Mohne
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Aachen. Bieten Spielplätze ein Sparpotenzial für den städtischen Haushalt? Das wird derzeit seitens der Verwaltung im Rahmen der noch bis zum 11. Dezember laufenden Onlinebefragung thematisiert. Die Grundfrage lautet: „Sollen Flächen für Spielplätze anderweitig genutzt werden können, wenn der Bedarf in der Umgebung des Spielplatzes sinkt?”

Erläuternd wird gesagt, dass die Stadt rund 230 öffentliche Spielplätze, „die alle den vorgegebenen Sicherheitsstandards entsprechen und vielfach sowohl flächen- als auch ausstattungsmäßig über den Mindestanforderungen liegen”, habe. Damit sei „allerdings auch eine effiziente Kontrolle dieser Einrichtungen” verbunden. Weiter: „Ebenso wie neue Flächen bei Bedarf geschaffen werden müssen, sollen Flächen bei sinkendem Bedarf auch anders und damit wirtschaftlicher genutzt werden können.” Im Gegenzug müsse sichergestellt sein, dass bei steigender Kinderzahl neue Spielplätze errichtet werden. Die Reaktionen der Bürger auf diesen Vorschlag sind kontrovers.

So schreibt Teilnehmer „Niklas” beispielsweise unter der Überschrift „Kein Sparen bei den Kleinsten”, dass sich der Bedarf jederzeit wieder ändern könne. Und: „Die Kinder können nichts dafür, wenn sie in einer kinderarmen Gegend wohnen, und auch diese Kinder brauchen Spielplätze zum Spielen, Toben und Kind sein.”

„SiMom” bekundet, man könne „durchaus den ein oder anderem Spielplatz schließen, da es Eltern durchaus zumutbar ist, mal ein wenig zu laufen”. Allerdings sei dann auch zu erwarten, „dass es endlich mehr bessere Spielplätze in Aachen gibt mit mehr als drei Spielgeräten und einem Angebot für verschiedene Altersgruppen”.

„Gorge” meint, dass „einsame Spielplätze keine Spielplätze, sondern meist nur Bierplätze für abendliche Parties” seien und plädiert für „weniger, bessere, eingezäunte und verschlossene Spielplätze mit Kontrolle”. Den Rest solle man „zu Höchstpreisen verkaufen” und daraus die anderen finanzieren.

Auch „tom va oche” meint: „Wenn man sich einige Spielplätze anschaut, muss man leider sagen dass diese den Namen Spielplatz zu unrecht tragen.” Viele kleine Spielplätze seien überflüssig, „leider inzwischen verdreckt und eher eine Hundetoilette als ein Ort an dem man Kinder unbesorgt spielen lassen kann”. Außerdem spiele kein Kind lange, „wenn es nur eine alte stumpfe Rutschbahn und einen dreckigen Sandkasten gibt”. Vielmehr solle man sich auf die größeren Spielplätze konzentrieren. Diese seien auch „sozialer Treffpunkt für Familien und werden es nur bleiben wenn sie durch Spielgeräte auch interessant gehalten werden”.

Dagegen sagt „Jonas”: „Wenn ständig bei Angeboten für Kinder gespart wird, wird Aachen irgendwann Stadt der Greisen sein. Welche junge Familie will denn in einer Stadt leben und arbeiten, wo Kinder offenbar nicht willkommen sind und Kinderspielplätze immer mehr verwahrlosen oder gar geschlossen werden?”

Ebenfalls abgefragt wird in der Onlinebefragung, ob Patenschaften für Spielplatzausstattungen sinnvoll sind, die über die „Mindestanforderungen” hinausgehen. Die Paten sollen dann auch für die Folgekosten aufkommen. Auch das wird kontrovers kommentiert. So schreibt „susione”, dass für gut genutzte Spielplätze eine Spielplatzpatenschaft „eine super Sache” wäre. „Vielleicht bleiben diese Plätze dann auch sauberer und werden nicht als Hundeklo oder von Drogenabhängigen genutzt.”

Teilnehmerin „diva” sagt hingegen: „Die stadt steht den Kindern gegenüber in der Pflicht, sie sind unsere Zukunft, ein ganz klares Nein.”

Nach dem Ende der Onlinebefragung wird sich die Politik mit beiden Themen befassen.
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