„Auf Schusters Rappen“: Uralte Tradition lebt wieder auf

Von: Claudia Heinrichs
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Hoffen auf neugierige Zuhörer: Regina Sommer und Suna Niemetz (rechts). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Märchen, Mythen und Geschichten: Was ist Wirklichkeit und was nicht? Diese Frage bleibt zwar bei manchen Überlieferungen offen, ein Besuch der Erzählwanderung lohnt sich trotzdem. Bereits zum sechsten Mal geht es in diesem Sommer in die mythische und sagenhafte Welt von Helden, Königen und Legenden.

Vom 18. bis zum 21. Juli veranstaltet das „Haus der Märchen und Geschichten“ die Erzählwanderung unter dem Motto „Auf Schusters Rappen“ – diese alte Redewendung heißt so viel wie: in den eigenen Schuhen, zu Fuß unterwegs.

Regina Sommer, Erzählerin und Gründerin des Vereins „Haus der Märchen und Geschichten“, klärt auf: „Wir werden mit fünf Erzählerinnen und Erzählern durch die Städteregion wandern und an vier Abenden an den jeweiligen Einkehrorten für Kinder und Erwachsene zu verschiedenen Themen Geschichten erzählen. So ungefähr ist das auch früher gewesen. Gaukler und Berichterstatter, das sogenannte fahrende Volk, zogen von Stadt zu Stadt und erzählten Neuigkeiten, Märchen oder Geschichten.“

Bis ins Mittelalter war die mündliche Überlieferung die einzige Möglichkeit Informationen miteinander zu teilen. Neben Regina Sommer gehören Christine Lander, Kathleen Rappolt, Martin Rausch und Micaela Sauber zu den wandernden Erzählern. „Ich freue mich sehr auf meine Kollegen. Jeder von ihnen hat seine eigene Art zu sprechen und zu performen. Das wird eine spannende Sache“, sagt Sommer.

Los geht es am Dienstag, 18. Juli, um 16 Uhr auf dem Lousberg am Säulengelände mit dem Thema „Von Heldinnen und Helden“. „Es gibt Märchen und Geschichten für Menschen zwischen vier und 99 Jahren“, erklärte Sommer, „wir bereiten zwar jedes Thema vor, gehen aber flexibel auf die Vorlieben der Zuschauer ein.“ Spontanität und Improvisation sind dabei die entscheidenden Faktoren. Am nächsten Tag geht die eigentliche Wanderung los. Vom Lousberg aus laufen die Erzähler nach Horbach zum Gut Obermühle, Scherbstraße 171. Dort dreht sich thematisch alles um die Mühle. „Wir beginnen wieder um 16 Uhr. Auch hier sind Interessierte aller Altersklassen herzlich willkommen.“

Während der Wanderungen besprechen die Erzähler ihre Anekdoten, Märchen und Geschichten untereinander und sammeln neue Ideen fürs nächste Jahr. Dazu haben sie am dritten Tag auch ausreichend Zeit. Denn da steht ihnen die längste Strecke bevor. Sie wandern von Horbach bis zur Herzogenrather Stadtbücherei, Erkenstraße 2. Ab 20 Uhr beginnen dort die Erzählungen zum Thema „Unterwegs! Sagen und Legenden von Handwerksburschen und Abenteurern“. „Da wir erst so spät beginnen, rechnen wir in der Stadtbücherei überwiegend mit Erwachsenen“, erklärte Sommer. „Am nächsten Tag geht es dann wieder zurück zum Gut Obermühle, wo wir ab 20 Uhr Mühlengeschichten über Menschen, wie Bertrada, der Mutter Karls des Großen, erzählen“, fuhr sie fort.

Die Veranstaltungen dauern zwischen anderthalb und zwei Stunden, der Eintritt ist frei. Bei schlechtem Wetter weichen die Erzählrunden in nahegelegene Unterkünfte, wie das Jagdhaus am Lousberg oder das Räderwerk der Gut Obermühle aus.

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