Aachen - Auf eisigen Straßen drehen viele am Rad

Auf eisigen Straßen drehen viele am Rad

Von: Matthias Hinrichs
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Gestern ab 3.30 Uhr im Einsatz: Die Fahrzeuge des Stadtbetriebs kamen wegen der Schneefälle zeitweise mit dem Räumen nicht nach.
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Schnee, Matsch, Stau: Der Winter fordert mal wieder seinen Tribut vor allem bei den Autofahrern – gestern Vormittag zum Beispiel auf der Alt-Haarener Straße. Hinzu kam allerdings, dass die A 4 zwischen Europaplatz und Rothe Erde nach einem Lkw-Unfall gestern bis gegen 11.30 Uhr gesperrt war. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Schnee, Matsch, Glatteis – und so mancher Aachener dreht schon am frühen Morgen in jedem Sinne viel schneller am Rad als üblich. Gerade dann, versteht sich. Und alle Jahre wieder kommt der Hagel hinzu – in Gestalt von geharnischter Kritik an den Verantwortlichen in Sachen Beseitigung.

Weniger reibungslos als mancher Straßengrund, schimpfte ein AZ-Leser, sei der Winterdienst nach den Schneefällen zum gestrigen Mittwoch dahergekommen. „Gegen 9.30 Uhr waren die Außenringe gerade mal auf einer Spur frei. Am frühen Morgen war von Räumfahrzeugen kaum etwas zu sehen. Zwischen 6 und 9 Uhr früh herrschte praktisch Chaos“, so der entnervte Pkw-Pilot.

Dies weist Dieter Bohn, Leiter des Winterdienstes beim Stadtbetrieb, allerdings mit Nachdruck zurück. „Wir waren bereits ab 3.30 Uhr mit knapp 60 Fahrzeugen im sogenannten Volleinsatz“, betont Bohn. 230 Kollegen seien im Ganzen ausgeschwärmt. Und die hätten zumindest alle Straßen, die in der ersten Dringlichkeitsstufe von den Räum- und Streuwagen „beackert“ werden müssen, bis 7 Uhr früh von Schnee und Eis befreit. Allerdings habe es in den Morgenstunden permanent weitere leichte Schneefälle gegeben, so dass die Männer des Stadtbetriebs nicht immer und überall mit der Beseitigung der schliddrigen Straßenbeläge nachgekommen seien. Deshalb habe der Schneematsch am Vormittag auch auf großen Ausfallstraßen immer wieder zu kleineren Problemen geführt. Immerhin sechs Unfälle, allesamt „nur“ mit Blechschäden, meldete Polizei-Sprecherin Sandra Schmitz bis zum Mittag. Zu Staus kam es auch infolge der Sperrung der A 544.

Bohn unterstreicht derweil, dass das gesamte städtische Team dieser Tage – und Nächte – tue, was es könne. Und von Gesetz wegen auch müsse. Nach den Bereichen der Kategorie 1 (555 Kilometer Hauptverkehrs- und Durchgangsstraßen) seien die Kollegen auch auf den Fahrbahnen der zweiten Dringlichkeitsstufe (457 Kilometer Verbindungs- und sogenannte Wohnsammelstraßen) sowie schließlich der Kategorie 3 (423 Kilometer reine Wohn- und Anliegerstraßen) unterwegs. Am heutigen Donnerstag sollen die Räumkommandos gegebenenfalls spätestens ab 4 Uhr wieder rollen. „Wenn es hart auf hart kommt, sind wir auch rund um die Uhr im Einsatz“, sagt Bohn.

Das berühmt-berüchtigte Salz wird unterdessen nur auf Straßen und Plätzen gestreut, auf denen die Verkehrssicherheit ansonsten nicht zu gewährleisten wäre. Engpässe dürfte es so oder so nicht geben. Zurzeit lagern laut Stadtbetrieb rund 700 Tonnen in den Depots. 180 Tonnen sind in diesem Winter bislang durch die Maschinen gejagt, auf Überwegen und in Parks auch manuell gestreut worden. „Weitere 2500 Tonnen können wir kurzfristig per Abruf beim Lieferanten ordern“, sagt Bohn. Und bittet vor allem die Blechpiloten einstweilen um Verständnis: „In den ersten zwei, drei Tagen liegen die Nerven verständlicherweise bei vielen blank. Aber wir bleiben auf dem Posten.“

Das könnte helfen. Weitere, wenn auch leichte Schneefälle hat der Deutsche Wetterdienst (bei Temperaturen von um die minus 5 Grad Celsius) für Donnerstagmittag und Freitagmittag gemeldet.

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