Aachen - Auf der Kanzel: Laschet predigt in der Annakirche

Auf der Kanzel: Laschet predigt in der Annakirche

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Kanzelpredigt: Armin Laschet in der Annakirche. Foto: Schmitter

Aachen. Vor 30 Jahren wurde das europäische Parlament zum ersten Mal gewählt. Heute ist Europa aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Anlass genug für die Evangelische Kirchengemeinde Aachen, ihre aktuelle Predigtreihe unter dieses Thema zu stellen.

„Christen und Kirchen in Europa - Salz der Erde, Licht der Welt” ist der Titel der Gottesdienstreihe mit Kanzelpredigten von Persönlichkeiten aus Politik und Kirche in der Annakirche. Am Sonntag predigte Armin Laschet, nordrhein-westfälischer Integrations- und Familienminister und langjähriger Abgeordnete im EU-Parlament, zur Frage „Festung Europa - endet die europäische Vielfalt an den EU-Außengrenzen?” in der Annakirche an der Annastraße.

Für den Integrationsminister sind hier zwei Aspekte relevant: „Wie gehen wir mit den Flüchtlingen und Zuwanderern um, die vom nicht-europäischen Ausland zu uns kommen?”, fragte er einerseits. „Wir müssen aber auch die Mauer in Blick nehmen, die wir innerhalb der EU aufbauen. Wie gehen wir mit den Zuwanderern um, die bereits hier sind?”

Die Bibel sei durchzogen von Geschichten über Flucht und Zuwanderung. „Das prägt die Kirche bis heute”, stellte Laschet fest. Die Kirchen und die Gewerkschaften hätten in den vergangenen 30 Jahren, die Arbeit für Flüchtlinge und Zuwanderer geleistet, die die Politik nicht als dringlich erkannt habe.

Deutschland habe sich schwer getan, sich als Einwanderungsland zu verstehen. „Dabei sind 14,9 Prozent der Nordrhein-Westfalen außerhalb Deutschlands geboren. Im klassischen Einwanderungsland USA sind es nur 12,6 Prozent.” Im Wettbewerb um die besten Köpfe mische Deutschland jetzt allerdings kräftig mit.

„Doch für Menschen mit geringeren Qualifikationen ist es durch die Drittstaatenregelung schwer geworden, einen Asylantrag in der EU zu stellen. Das ist sicher kein Ruhmesblatt”, sagte der Minister.

Laschet stellte sich jedoch auch gegen eine totale Öffnung für Zuwanderer. „Das würde uns überfordern ähnlich wie es Anfang der 1990er Jahre in Deutschland war, es würde aber auch das Flüchtlingsproblem nicht lösen.”

Er warnte vor einem Ausbluten von Wissen in den Auswanderungsländern, dem so genannten „Brain Drain”. Wichtig sei es, die Potenziale aller Zuwanderer - eben auch der bereits angekommenen - zu erkennen und zu fördern. Die Aufnahme der Zuwanderer in die Gesellschaft sei eine wichtige Aufgabe aller Christen.

Im Hinblick auf Moscheebauten und Kirchenverkäufe sagte Laschet: „Ist es die Schuld der Muslime, dass immer weniger Menschen in die Kirche gehen? Es ist eine gute Nachricht, wenn jemand seinen Glauben ernst nimmt.”

Zum Abschluss seiner Predigt zitierte Laschet den luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn: „Das Engagement Europas ist ein Beitrag zur sicheren Welt.” Laschet weiter: „Innerhalb der EU ist das gelungen. Außerhalb bleibt diese Aufgabe bestehen.”
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