Auf den Spuren der Jäger der Nacht

Von: Svenja Pesch
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fledermausbild
Ein interessanter Abend für jung und alt: Tierparkchef Wolfram Graf-Rudolf und Thomas Kölsch vom Naturschutzbund informierten über Fledermäuse. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Sie gelten als heimliche Jäger der Nacht: Fledermäuse. Die meisten wissen jedoch nicht viel über diese geheimnisvollen Tierchen. Um etwas Licht in das Dunkel zu bringen, hat sich der Aachener Tierpark mit dem Naturschutzbund (NABU) dazu entschlossen, dass die 14. Europäische Nacht der Fledermäuse im Euregiozoo stattfindet.

Mit zwei ehrenamtlichen Helfern erzählt Thomas Kölsch vom Naturschutzbund den Zuhörern alles, was es über die Flattermänner zu wissen gibt. Während die Kleinen durch informative Spiele rund um die Fledermaus unterhalten werden, sehen die Erwachsenen in der Zooschule einen Diavortrag, bevor es auf Entdeckungstour in der Natur geht.

Vorurteile ausräumen

Gleich am Anfang wird mit dem ersten Vorurteil aufgeräumt: Die Fledermaus fliegt zwar, ist aber dennoch kein Vogel. Sie gehören mit den Flughunden zur Gattung der Fledertiere. Diese sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Außerdem sind sie trotz ihrer spitzen Zähne keine Mäuse, also auch keine Nagetiere. Ihr Gebiss, das Insektenfressergebiss, brauchen sie zum Fangen von Beute, wie beispielsweise Spinnentiere und Tausendfüßler. Die drei Arten der Vampirfledermäuse ernähren sich vom Blut anderer Fledermäuse und teilweise auch von dem des Menschen.

Bereits vor 55 Millionen Jahren gab es Fledermäuse auf der Welt, in Mitteleuropa gibt es heute 20 bis 25 Arten. In der Region kann man auf 15 verschiedene Gattungen treffen, wobei die Zwergfledermaus die populärste ist. Ihre Spannweite beträgt lediglich 20 Zentimeter und ihre Knochendicke ist deutlich unter einem Millimeter. Während die Hufeisennase heute fast ausgestorben ist, sind die Wasserfledermaus, die großen und kleinen Abendsegler und die Langohrfledermaus noch relativ häufig vertreten.

Vom Aussterben bedroht

Mit ihrem Ultraschall-Echoortungssystem orientiert sich Fledermaus in der Nacht. Die Laute werden in einem Bereich von etwa 20 bis 100 Kilohertz erzeugt, und jede Fledermaus hat ihren individuellen Rufcharakter und nutzt bestimmte Frequenzbereiche, die für den Menschen nicht vernehmbar sind. Der Ultraschallruf dauert nur wenige Sekunden, und durch das Echo orientieren sie sich und erkennen, ob es sich um ein Hindernis oder ein Insekt handelt.

Mit ihrer gefangen Beute geht es dann schnell ins Sichere. Ritzen in Gebäuden, Kirchtürmen, Dachstühlen oder auch in Bäumen sind Wohnorte der Fledermaus. Dass sie durch ihre Exkremente oder mit ihren spitzen Zähnen dem Menschen gefährlich werden können, ist ein Ammenmärchen. Im Gegenteil, die kleinen Tierchen brauchen Hilfe, denn einige Arten sind vom Aussterben bedroht. Allein der Verzicht auf Insektizide im Garten wäre bereits eine sinnvolle Maßnahme.
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