Aachen - Auf den neuen Fachbereichsleiter warten viele Aufgaben

Auf den neuen Fachbereichsleiter warten viele Aufgaben

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
9019338.jpg
Schulische Inklusion und Kita-Ausbau: Auf den neuen Fachbereichsleiter Heinrich Brötz warten viele Aufgaben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Eine Schonfrist bekommt Heinrich Brötz nicht. Als er am Montagmorgen das erste Mal sein neues E-Mail-Fach bei der Stadtverwaltung aufruft, springen ihm bereits 45 Nachrichten mit jeder Menge Themen und Terminen entgegen.

Zum 1. Dezember hat der 50-Jährige die Leitung des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule übernommen. Fast ein Jahr lang war der Posten des mit rund 1200 Mitarbeitern größten Fachbereichs der Stadt vakant. Für Brötz bedeutet das: ein Start von 0 auf 100. „Ich freue mich, hier eine Aufgabe übernehmen zu können, bei der ich gestalten und ständig hinzulernen kann“, sagt er.

Dass Bildungsdezernentin Susanne Schwier beim Öffnen des ersten Adventstürchens endlich eine Lösung für die wichtige Leiterstelle präsentieren durfte, war für sie am Montag ein „großer Anlass zur Freude“. In den vergangenen Monaten hatte sie die Fachbereichsleitung mit übernommen. Eine intensive und lehrreiche Zeit sei dies für sie gewesen. Einige Verzögerungen hatte es nach dem Abgang von Brötz‘ Vorgängerin Elke Münich gegeben. 40 Bewerbungen waren schließlich bis Spätsommer eingegangen. Die sechs aussichtsreichsten Bewerber durchliefen ein aufwendiges Auswahlverfahren, aus dem letztlich Heinrich Brötz hervorging.

Schulische Inklusion, Ausbau und Anpassung der Kita-Betreuung, Jugend- und Familienhilfe – der Diplom-Volkswirt hat ein spannendes wie konfliktreiches Feld zu bearbeiten. „Die Herausforderungen sind nicht gerade wenige, wenn Aachen eine soziale und lebenswerte Stadt bleiben will – und zwar in allen Stadtteilen und Milieus“, weiß er. Themen, die keinen Aufschub erlauben, gibt es zur Genüge. Im ersten Gespräch mit Susanne Schwier ging es am Montag direkt unter anderem um den neuen Kinder- und Jugendförderplan, der derzeit erstellt wird. Ganz oben auf der Agenda steht auch der Umgang mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Bis zu vier Wochen dauert es bislang, bis ein junger Flüchtling in Aachen einen Platz in einer Schule erhält. Schwier findet, dass dies schneller möglich sein müsse. Die Gespräche mit der Bezirksregierung zu diesem Thema laufen.

Aachen ist Brötz als Arbeits- wie Lebensort nicht fremd. Beim Blick aus dem Fenster im Verwaltungsgebäude an der Mozartstraße kann er auf das Bischöfliche Hilfswerk Misereor schauen, für das er von 1991 bis 2012 unter anderem als Abteilungsleiter „Lateinamerika“ tätig war. Seitdem haben er und seine Familie in der Kaiserstadt auch eine liebgewonnene Heimat gefunden.

Von Misereor wechselte er 2012 in den Vorstand des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer. Eine berufliche Episode, die mit einige Schwierigkeiten einherging. Offiziell wegen „strategischer Differenzen“ wurde Brötz und seinen beiden Vorstandskollegen dort gekündigt. „Es ging nicht gut zu Ende“, gibt Brötz zu. Anfang 2014 war Schluss. Trotzdem habe er auch diesen Job mit großer Begeisterung gemacht. Brötz hat mit dem Kapitel Caritas abgeschlossen, freut sich auf die neue Herausforderung in Aachen. Seine einstigen Schwerpunkte Kitas, Offene Ganztagsschulen sowie Jugend- und Familienhilfe passen gut ins neue Berufsprofil als Leiter des Fachbereichs 45. Als Vater von drei Kindern (10, 12 und 17 Jahre) sei ihm zudem die Aachener Kita- und Schullandschaft nicht fremd. „Das hilft mir sicherlich ebenfalls beim Einstieg.“

Brötz‘ Terminkalender ist vom ersten Tag an prall gefüllt. Trotzdem möchte er sich in den kommenden Wochen immer wieder Zeitfenster freischaufeln, um mit Mitarbeitern seines Fachbereichs ins Gespräch zu kommen. Die zu Beginn von Schwier erhaltenen Vorschusslorbeeren erwidert der 50-Jährige postwendend: „Ich komme in ein gut bestelltes Feld.“ Anderweitige Ausflüge durch Felder und Wälder werden in naher Zukunft dagegen womöglich etwas kürzer kommen beim begeisterten Wanderer. Denn die Nachrichten-Flut wird erst einmal nicht abebben im E-Mail-Fach von Heinrich Brötz. Abschrecken tut ihn der „Von 0 auf 100“-Start keinesfalls. „Es passt wunderbar hier in Aachen“, sagt er. Außer in Sachen Fußball: Denn da bleibt der gebürtige Krefelder seiner alten Liebe Fortuna Düsseldorf treu.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert