Burtscheid - Auf dem Weg in die Zukunft fehlt noch ein Pfarrer

Auf dem Weg in die Zukunft fehlt noch ein Pfarrer

Von: Christoph Classen
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Harmonischer Klang: Der gemeinsame Kirchenchor meisterte den musikalischen Rahmen der Matinee in den Foto: Andreas Schmitter

Burtscheid. Ein nachdenklicher Heribert August trat an diesem Vormittag vor die versammelte Gästeschar in den Kurparkterrassen. Natürlich, seine kecke Art, für die der Pfarrer von vielen so geschätzt wird, die blitzte hier und da auf. Aber grundsätzlich wirkte August, als trage er an einer schweren Last. Und das sagte er auch.

Gefeiert wurde die vom Bischof angeordnete Zusammenführung der katholischen Pfarrgemeinden Herz Jesu, St. Gregorius, St. Johann Baptist und St. Michael. Sie wurden aufgelöst, um in der neuen Großgemeinde St. Gregor von Burtscheid aufzugehen, die rund 16.000 Katholiken zählt.

Verlassen kann sich August zudem auf rund 1000 Ehrenamtler, die Zeit und Einsatz in den Dienst der neuen Pfarre stellen werden, genau wie auf 70 Angestellte. An der Spitze aber, da steht der Pfarrer ganz alleine. Und das macht ihm Sorgen, wie er während der Matinee in den Kurparkterrassen nach dem Hochamt in der Pfarrkirche St. Michael einräumte.

Lange hatte August überlegt, ob er sich die neue Mammutaufgabe überhaupt noch zutraue, von vielen, die ihn kennen, war ihm Mut zugesprochen worden. „Aber”, sagte der Pfarrer, „ich habe in den vergangenen Monaten oft gezweifelt, ob ich die Last noch tragen kann.” Und schließlich ist er zu dem Schluss gekommen, dass er sich „mit aller noch vorhandenen Kraft für St. Gregor von Burtscheid einsetzen will.” Ausschlaggebend dafür war nicht zuletzt das Versprechen des Bischofs, dass sich ein weiterer Pfarrer um die Belange der Gemeinde kümmern werde. An diese Zusage erinnerte August in den Kurparkterrassen. Und er sagte auch: „Sollte kein zweiter Pfarrer kommen, müsste ich meine Entscheidung, die Pfarre zu übernehmen, noch einmal überdenken.”

So oder so: August zeigte sich jedenfalls optimistisch, dass St. Gregor von Burtscheid in diesen Tagen am Anfang einer guten Zukunft steht. Geteilt wird diese Einschätzung von Marcel Philipp. Nicht zuletzt weil der Oberbürgermeister positive Erfahrungen in allen vier fusionierten Pfarren gemacht hat. Getauft und aufgewachsen in und rund um St. Michael seien ihm die Ferienspiele und der Religionsunterricht bei Pfarrer Baurmann in Erinnerung geblieben. Das Gastspiel im Kirchenchor von St. Johann habe zwar nur ein Jahr gedauert bevor beide Parteien in getrennten Wegen die beste Lösung sahen, sei aber dennoch eine wertvolle Erfahrung gewesen. Um St. Gregorius und die nahegelegene Eismühle ist er als ehemaliger Pius-Schüler natürlich nicht herumgekommen. Und heute ist Philipp „in Herz Jesu der Kindergarten sehr ans Herz gewachsen.” Das war auch das Stichwort für Armin Laschet. „Unsere Kinder leben die neue Strukturen längst”, sagte der Integrationsminister. Natürlich hatte es im Vorfeld der Pfarrfusion Konflikte gegeben. Aber gerade ihnen konnte Festredner Matthias Remenyi positives abgewinnen. Sie zeigten, dass es „Heiliges und Wertvolles” gebe, „für das es sich zu streiten lohnt.”

Pfarrer August weiß das. Schließlich hat er vor rund elf Jahren schon die Zusammenführung von St. Michael und Herz Jesu begleitet. Bei der diesmal noch größeren Aufgabe braucht er einen Kollegen an seiner Seite, wohlwissend, dass das langfristig keine leichte Aufgabe sein dürfte. Heribert August sagte: „Es gibt immer weniger Junge, die den Priesterdienst anstreben. Auch, weil die Belastung in den neuen Großstrukturen so groß ist.
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