Aachen - Auf dem Campus entstehen 285 Wohnungen

Auf dem Campus entstehen 285 Wohnungen

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Kurzfristige Planänderung: Auf dem Campus der RWTH Aachen werden für sieben Jahre Studenten in zwei Wohnanlagen einziehen können. Foto: RWTH

Aachen. 285 neue Studentenwohnungen entstehen in Aachen. Das Besondere: Sie werden kurzfristig Anfang Oktober auf dem Campus der RWTH Aachen errichtet – und zwar in drei sogenannten Wohnmodulen, die nach sieben Jahren wieder demontiert werden.

Die RWTH und die Stadt Aachen reagieren mit diesem ungewöhnlichen Vorhaben auf die Wohnungsnot der Studenten zum Start es Wintersemesters, heißt es in einer Mitteilung. „Dieses Projekt ist den Wohnungsmarktkapazitäten geschuldet“, erklärt dem entsprechend Klaus Feuerborn, Geschäftsführer der Campus GmbH der RWTH. In den ursprünglichen Plänen für den Campus waren solche Wohnanlagen nicht vorgesehen.

Dass Bedarf besteht, daran gibt es keine Zweifel. Am Montag veröffentlichte der Immobilienentwickler GBI AG ein bundesweites Ranking zur Wohnsituation für Studenten, in dem Aachen von Rang 16 auf Rang 13 unter 87 deutschen Hochschulstandorten aufgestiegen war. In diesem Fall gilt: Je besser die Platzierung, desto höher ist der Wohndruck und desto größer das Problem für die Studenten.

Passende Zahlen gibt es auch: Das Aachener Studentenwerk als Betreiber der öffentlichen Studentenwohnheime berichtet von einer Warteliste mit rund 5000 Namen. Dabei gibt es insgesamt nur 4800 Plätze in den Wohnheimen. Die Wartezeit für Einzelzimmern liegt bei mindestens sechs Monaten, für Apartments mindestens bei einem Jahr.

285 mag da nicht viel sein. Aber jede Wohnung hilft.

Errichtet werden die Wohnmodule vom niederländischen Projektentwickler Blauw Estate und dem Bauherrn und Betreiber Student-Campus-Melaten auf zwei Flächen im Campus-Park, also auf der Fläche zwischen der alten RWTH-Bebauung an der Steinbachstraße und den neuen Clustern am Campus-Boulevard, in der derzeit nur eine einzelne Kindertagesstätte steht.

Vorgesehen sind in diesem Bereich in naher bis ferner Zukunft unter anderem ein Aus- und Weiterbildungszentrum, ein Sport- und Gesundheitszentrum, Gastronomie und ein Hotel. „Das kommt alles noch“, erklärt Feuerborn. Aber eben nicht über Nacht, die Baufelder könnten nun kurzfristig sinnvoll genutzt werden.

Die Idee, ein vorübergehendes Studentenwohnheim auf dem Campus zu bauen, stand schon länger im Raum. Die Umsetzung war aber alles andere als leicht. Auf dem Campus war wieder einmal Geduld gefragt. Denn zunächst einmal handelt es sich rein baurechtlich beim Campus um eine Hochschulerweiterungsfläche.

Es brauchte den Wunsch der Stadt Aachen und die Zustimmung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW, um auf einer solchen Fläche ausnahmsweise Wohnen zuzulassen. Erste Ideen, Wohncontainer zu montieren, ließen sich nicht umsetzen. Die Container hätten sich für die Betreiber frühestens nach 15 Jahren amortisiert. Um aber 15 Jahre Wohnen zuzulassen, hätte es mehr als eine Sonderregelung gebraucht, dafür hätte das Baurecht geändert werden müssen. Mehr als sieben Jahre Wohnen sind nicht zulässig.

350 Euro für 25 Quadratmeter

Statt Container werden es nun Module, also fertige Gebäudeteile, die zusammengesetzt werden können. Die RWTH besitzt bereits Seminarräume in dieser Bauweise. Die Campus-Wohnanlagen (7300 Quadratmeter Mietfläche) bekommen Laubengänge und eine Fassade. All das verantwortet Aachener Architekturbüro Sztur-Härter.

Nach Seecontainern sieht das Resultat nicht aus. Die Größe der Wohneinheiten wird zwischen 25,4 (264 Stück) und 28,7 Quadratmetern (21) variieren, jede Wohnung verfügt über Bad und Küche. Zahlen müssen die Studenten für die kleineren Wohnungen 350 Euro pro Monat – plus Nebenkosten. Das sind immerhin 13,80 Euro pro Quadratmeter.

Die Modulbauten waren zuletzt in den Niederlanden im Einsatz und werden gerade saniert. Ende des Jahres sollen die ersten Studenten dann einziehen. „Es ist wichtig, dass die Komponente Leben auf dem Campus nun zur Geltung kommt“, sagt Klaus Feuerborn.

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