Auf alte Öfen wartet ein heißes Tänzchen

Von: Jan Mönch
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Aachen. Anfragen aus anderen Städten gibt es reichlich. Aus dem Ruhrgebiet etwa, bekannt für seine Umweltprobleme, oder aus dem Süden der Republik, wo heimelige Kaminöfen sich traditionell großer Beliebtheit erfreuen.

Der Grund: Bei der Umsetzung der novellierten Bundesimmissionsschutzverordnung prescht die Stadt voran, wie berichtet will der Fachbereich Umwelt Aachen schnell von veralteten Kaminöfen befreien.

Ausführlich diskutiert wurde der Aachener Sonderweg am Mittwoch bei einer Fachtagung im Eurogress. Der Titel: „Feinstaubreduzierung aus Holzfeuerungsanlagen”, die Teilnehmer kamen unter anderem aus Bundesumweltministerium und Bundesumweltamt. Aachens „Ordnungsbehördliche Verordnung über den Betrieb von Einzelraumfeuerungsanlagen” sorgt also nicht nur bei den hiesigen Kaminfreunden für Gesprächsstoff. „Darauf sind wir natürlich auch ein bisschen stolz”, bekennt Klaus Meiners, stellvertretender Leiter des Aachener Umweltamts.

Grund für die Aachener Eile ist die bekanntlich miese Luftqualität. Vor dem Hintergrund des Luftreinhalteplans entschied man sich dafür, schon die Neuanschaffung von Öfen zu unterbinden, die die eigentlich erst ab 2015 geltenden Feinstaubwerte überschreiten. Bislang funktoniert dies durch die automatische Kontrolle durch Aachens Schornsteinfeger.

Um den Aachenern die Umrüstung schmackhaft zu machen, werden auch Prämien in Aussicht gestellt: Eine „Abwrackprämie” über 250 Euro kann man beim Umweltamt für das Ersetzen eines alten Ofens durch einen neuen beantragen, sogar einen Zuschuss von 500 Euro gibt es noch bis Ende April 2012 für eine eventuelle Umrüstung.

Doch auch jenseits des Eingreifens durch die öffentliche Hand wähnt Meiners monetäre Vorteile auf Seiten der Betreiber von Kaminöfen: In aller Regel sei bei den moderneren Exemplaren nämlich nicht nur der Ausstoß an Feinstaub deutlich geringer, sondern auch die notwendige Zufuhr an Brennstoff. Sprich: Bei gleicher Leistung wird günstiger geheizt.

Im Stadtgebiet gibt es laut Meiners rund 10 000 der Öfen. Die Geräte liegen im Trend, nicht nur weil sie schick sind, sondern angesichts steigender Energiepreise für viele wohl auch eine interessante Alternativen zu herkömmlichen Heizmethoden darstellen. Im Winter sorgten sie mitunter für stärkere Verschmutzung als die in ihrer Rolle als Umweltschweine eigentlich weitaus prominenteren Kraftfahrzeuge. Ein Grund, die immer populäreren Geräte grundsätzlich zu verteufeln, ist alldies für Meiners nicht: „Holz ist ein guter Brennstoff. Aber bitte in vernünftigen Anlagen.”
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