Auch das gibt´s: Eine Baustelle ohne Bauarbeiter

Von: Albrecht Peltzer
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Mit dem Bus durchs Nadelöhr: Rund um das ehemalige Sandhäuschen in Laurensberg gilt absolutes Halteverbot. Der Grund: Die Aseag muss wegen einer Stawagbaustelle durch die engen Wohnstraßen umgeleitet werden. Nur: Die Baustelle liegt seit Monaten brach. Foto: Jaspers
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Mit dem Bus durchs Nadelöhr: Rund um das ehemalige Sandhäuschen in Laurensberg gilt absolutes Halteverbot. Der Grund: Die Aseag muss wegen einer Stawagbaustelle durch die engen Wohnstraßen umgeleitet werden. Nur: Die Baustelle liegt seit Monaten brach. Foto: Jaspers

Aachen. Ein Sprichwort lehrt uns, dass gut werde, was länger dauert. Insofern tut sich in Laurensberg derzeit Großartiges. Ein Wohngebiet wird erschlossen. Kein gewöhnliches. Nein, es geht um die Fläche des ehemaligen Sandhäuschens.

 Dort, wo einst montags Menschen für den Erhalt leer stehender Gebäude demonstrierten, sollen bald Familien mit Kindern ein neues Zuhause finden. Doch bevor die Stadt die Bagger anrücken lassen kann, muss die Stawag Leitungen legen. Und das kann dauern. In diesem Fall: Monate. Wobei – ehrlich gesagt – das Unternehmen dort nicht auf der langen Leitung gestanden hat. Ein Großteil des Buddelns war ziemlich im Zeitplan. Nur der Plan an sich, der wollte nicht so recht ins Gefüge passen.

Ab Anfang Oktober kündigten Schilder absolutes Halteverbot in Teilen der Laurentiusstraße, in der oberen Karl-Friedrich-Straße und am Hander Weg an. Schließlich muss die Aseag mit ganz wenigen Bussen weniger Linien durch diese engen Straßen eine Umleitung fahren, weil die Stawag am ehemaligen Sandhäuschen in der Straße arbeiten lässt. Parkendes Blech wäre der Aseag doch arg im Wege.

Nur: Seit Ende des Jahres ist erst einmal Schicht mit Schippen. Die Leitungen sind ins kommende Wohngebiet verlegt, es fehlt nur noch eine schicke neue Straßendecke am Sandhäuschen. Doch jetzt kam, womit niemand rechnen konnte: schlechtes Wetter. Und das im Winter! Dabei brauchen die Straßenbauarbeiter laut Stawag „mindestens zwei durchgängig und verlässlich trockene und wärmere Tage“, um den Belag aufzuhübschen. So um die fünf Grad müssten es schon sein.

Wir erinnern uns: Das Thermometer hat seit Ende des Jahres die Null-Grad-Marke kein einziges Mal überschritten. Dauerfrost, Eisregen, Schneemassen wie im Himalaya suchten Aachen heim. Seit Monaten also bibbert Laurensberg unter sibirischer Kälte, dürfen die Anwohner und Besucher besagter Straßen nirgendwo (außer in den Einfahrten) parken – und die Aseag fährt ab und zu mit dem Bus umher. Ein Idyll!

Doch leider ist das Biotop bedroht. Jetzt teilte die Stawag mit, dass „die Herstellung der Oberfläche in der Laurentiusstraße (...) bei dem Dienstleister nochmals mit oberster Priorität angemeldet worden“ sei. Und die Erkenntnis hat sich bei dem Unternehmen durchgesetzt, dass es „aus heutiger Sicht“ besser gewesen wäre, die „Baustelle um Weihnachten herum provisorisch wieder für den Verkehr und das Parken“ freizugeben „und die Oberflächenarbeiten von vornherein auf das Frühjahr“ zu verschieben.

Man könne sich „an dieser Stelle nur entschuldigen“. Angenommen! Schließlich soll jetzt ab dem 12. April mit aller Macht der Halteverbots-Baustellen-Zustand beendet werden. Wenn nicht ein Mitarbeiter des Dienstleisters Schnupfen bekommt oder sich den Zeigefinger verrenkt. Dann könnte es unter Umständen zu leichten Verzögerungen kommen. Aber: Was lange währt...

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