Auch das Bahkauv schlägt eine Brücke von Aachen nach Prag

Von: Paula Schönfelder
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Die Partnerschaft funktioniert: In der Schule an der Bayernallee trafen die Schulergruppen aus Aachen und Prag zusammen - sicher nicht zum letzten Mal. Foto: Kurt Bauer

Aachen. „Bis zum heutigen Tage befinden sich unter der Erde der Stadt Aachen heiße Quellen. Damals gab es auch ein Abflusssystem für diese heißen Quellen. Darin soll in der damaligen Zeit ein Ungeheuer gewohnt haben, dem man den Namen ,Bahkauv‘ gab.“

Mit diesen Worten beginnt die Aachener Sage um das „Bahkauv“, die die Schüler der Käthe Kollwitz Schule in Aachen in Zusammenarbeit mit Prager Schülern einigen Vorschulkindern aufgeführt haben. Die Aufführung war das Ergebnis von zwei Jahren Arbeit rund um das Thema „Aachener und Prager Sagen“. Dabei fand auch ein Austausch statt: Die Aachener Schüler besuchten die tschechische Hauptstadt.

Bei der Aufführung in Aachen waren die Prager Schüler mit einem Puppentheater zu Gast. Dieses handelt von dem Bau und den Statuen auf der Karlsbrücke in Prag. „Gerade zu Zeiten eines gespaltenen Europas ist es sehr wichtig, den Schülern andere Kulturen nahe zu bringen“, findet Schulleiterin Monika Büth-Niehr.

Aber auch die Schüler selbst hatten Spaß an dem Projekt. So taten sich jeweils ein Schüler aus Aachen und einer aus Prag zusammen, und bildeten ein Tandem. Bei dem gegenseitigen Besuch konnten sie sich jeweils ihre Stadt zeigen. „Wir haben uns trotz der Sprachbarriere alles gegenseitig erklären können, das war sehr spannend“, sagt auch Janis Zander, der die Hauptrolle – das Bahkauv – in dem Musiktheater spielt.

Er und 13 andere Schüler der Käthe Kollwitz Schule haben aus der Aachener Sage über das Ungeheuer, das als Figur noch am Büchel zu sehen ist, ein Kindertheaterstück auf die Beine gestellt. Das Drehbuch schrieben sie extra neu, um Aachen als Stadt vorzustellen und es Kindern begreifbar zu machen. So lernen die Kinder schon früh Aachener Berühmtheiten wie Kaiser Karl, die Marktfrau Lous und den Teufel kennen. In der Legende springt das Bahkauv betrunkenen Männern auf den Rücken und bringt sie so zurück auf den rechten Weg – ohne den Alkohol.

Aufgeführt wurde das Stück auch in Prag. „Wir haben sehr viel Wert auf Gestik und Mimik gelegt, so dass uns auch die Kinder in Tschechien verstehen konnten“, erklärt Ruth Fiand. „Obwohl diese in Prag kein Deutsch sprechen, haben sie begeistert mitgemacht.“ Sie und ihre Prager Kollegin Olga Sedláová, Initiatorinnen für das Europaprojekt, sind von ihren Schülern begeistert.

Um auf der Bühne zu stehen, müsse man auch Mut haben. Durch Lieder von Regina Beaujean, Tanzszenen, die Janina Merres einstudiert hat, und das selbst geschriebenen Drehbuch wird die Sage kindgerecht verpackt und umgesetzt. Und eine Moral von der Geschichte gibt es auch: „Kindern macht das Bahkauv Mut, den Erwachsenen mitzuteilen: Alkohol ist gar nicht gut!“

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