Athleten auf Zielgerade zum Winterlauf

Von: Peter Schopp
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Den Winterlauf fest im Blick: Bei der ATG wird äußerst erfolgreich trainiert. Der Traditionslauf zwischen Vichtbachtal und Chorusberg am 6. Dezember steht für viele der Athleten selbstverständlich auch auf dem Programm. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wenn Peter Lindner bei der Aachener Turngemeinde (ATG) zum Training bittet, sind alle da. Zumindest alle die, welche sich auf den Mittelstrecken und den langen Sprintstrecken der Leichtathletik zu Hause fühlen und zwischen 12 und 24 Jahre alt sind.

Lindner, seit fast vier Jahren Mitglied im Verein, und seine Zöglinge haben ergebnistechnisch das beste Jahr hingelegt, seitdem er im Verein verantwortlich für diesen Bereich ist. Zahlreiche Staffeln belegen in der deutschen Bestenliste in den jeweiligen Alterskategorien vordere und sogar Spitzenplätze. Aushängeschild in diesem Bereich ist die 3x800-Meter-Staffel der unter 16-jährigen Mädchen, die seit sieben (!) Jahren die schnellste Staffel in Deutschland stellt.

„Ein kleiner Ritterschlag“

Diese Jahre hat Nico Beckers hinter sich gelassen, und auch er nennt das vergangene Jahr das erfolgreichste seiner noch jungen Karriere. Beckers ist Zehnkämpfer, seit zwei Jahren bei der ATG und rundum zufrieden. Beim Ländervergleich der Mehrkämpfer zwischen den USA und Deutschland, dem Thorpe-Cup, beruft man ihn erstmals in den Nationalkader. „Das ist sicherlich so etwas wie ein kleiner Ritterschlag für einen Mehrkämpfer“, ist ihm der Stolz über diese Anerkennung ins Gesicht geschrieben. „Das Ziel ist, meine Leistungen im nächsten Jahr noch zu verbessern und wieder eingeladen zu werden.“ Dann ginge es in die USA zum Wettkampf, eine zusätzliche Motivation.

Auf die Frage nach den Beweggründen für ihren Wechsel zur ATG sind sich Lindner und Beckers einig: „Das Umfeld muss stimmen. Gute Leistungen sind nur da abrufbar, wo die Menschen sich wohlfühlen, sowohl als Aktive als auch als Trainer“. Im Falle von Beckers war es speziell die Trainerin Christiane Wolff, mit der er unbedingt arbeiten will. „Dass dann noch andere Trainer wie Wolfram Szentiks das Team ergänzen, macht die Sache ganz rund“, ist er vom Umfeld begeistert.

Für Lindner und Beckers ist es über ihr „normales“ Engagement hinaus aber selbstverständlich, beim Paradestück der ATG, dem Winterlauf, mitzumachen. „Wer nicht mitläuft, hilft auf jeden Fall mit. Meine Jungs und Mädels stellen an 35 Stellen die Streckenposten“, erklärt Lindner wie selbstverständlich. In der heißen Phase rund um das Wochenende des 6. Dezember werden die Tage für sie etwas länger.

„Da beginnt der Tag auch schon einmal um sechs oder sieben Uhr und endet erst, wenn der letzte Teilnehmer zu Hause ist“, wissen die beiden um die Abläufe. Die Finisher-Pakete müssen gepackt, 2500 Startnummern verteilt, und manch organisatorische Frage muss geklärt werden. Man merkt ihnen die Vorfreude an, schließlich ist der Winterlauf weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Und nicht zuletzt wegen des Kräftemessens auf der Strecke zwischen Vichtbachtal und Chorusberg ist die ATG in Sportlerkreisen ausgesprochen hoch angesehen. Lindner hält die Leistungen, die im Verein erbracht werden, für überdurchschnittlich. Mit überschaubarem Budget und unter weitestgehend amateurhaften Trainingsbedingungen ist dies nur dann möglich, wenn jeder Einzelne sich überdurchschnittlich einbringt. „Ich stelle mir vor, wir hätten in Aachen eine Halle, in der vernünftig Leichtathletik betrieben werden könnte“, schweift Beckers ein wenig in seine ganz persönliche Traumwelt ab, „das würde sich nach kürzester Zeit in noch viel besseren Ergebnissen niederschlagen.“

Zunächst aber hoffen sie alle, dass auch der 53. Winterlauf am 6. Dezember wieder unter guten Bedingungen stattfinden kann. Damit auch in den nächsten Jahren wieder alle kommen, wenn Beckers und Lindner rufen.

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