ATG-Winterlauf: Nach 18,4 Kilometern wärmt nicht nur Glühwein

Von: Hanna Sturm
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Zwischendurch eine kleine Erfr
Zwischendurch eine kleine Erfrischung: Die gab es für die mehr als 2000 Starter an mehreren Stellen auf der über 18 Kilometer langen Strecke. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Schon früh am Sonntagmorgen ist das Gedränge groß vor dem Vereinshaus der Aachener Turn-Gemeinde (ATG). Hunderte Menschen „pöngeln” sich vor der Nummernausgabe und warten auf die knapp 40 Reisebusse, die sich durch die engen Straßen am Chorusberg zwängen.

Die Zeit drängt, schließlich müssen alle Läufer pünktlich beim Start in Mulartshütte in der Eifel sein.

Zum 49. Mal veranstaltet die ATG ihren Winterlauf, der bei den Läufern in der Region sehr beliebt ist. Die 2500 Startplätze waren innerhalb kürzester Zeit vergeben, sagt Philipp Nawrocki vom ATG-Organisationsteam: „Das hängt mit Sicherheit mit der besonderen Tradition und Geschichte des Laufs zusammen.”

Denn begonnen hat das Ereignis, das heute tausende Hobby-Läufer und auch internationale Spitzensportler nach Aachen lockt, als Trainingslauf vom ehemaligen Landjugendheim im Vichtbachtal zum Trainingsgelände auf dem Chorusberg.

Am Anfang war der Wettbewerb als Orientierungslauf angelegt, sagt Wolfgang Glöde. „Immer wieder haben sich die Teilnehmer neue Strecken ausgedacht, um schneller anzukommen.”

Doch ein Wegteil habe immer festgestanden, bekräftigt Glöde. „Der Chorusberg musste von Diepenbenden aus erreicht werden, damit wir nicht die Kirchgänger von St. Gregorius stören.” Seit 1970 ist der Lauf ein internationaler Wettkampf und damit auch die 18,4 Kilometer lange Strecke festgelegt und vermessen.

Die besondere Streckenführung - kein Rundkurs, sondern quasi von Tür zu Tür - bedeutet einen enormen Organisationsaufwand für den Verein. Aber diese Besonderheit ist für viele Läufer auch erst ein Anreiz, Jahr für Jahr mitzulaufen.

Am Verpflegungsstand

Manche Sportler starten schon seit 40 Jahren regelmäßig bei dem Traditionslauf, und ebenso treu sind die Besucher an der Strecke. Vor allem am Bahnhof in Kornelimünster drängen sich die Zuschauer.

Ausgerüstet mit Trillerpfeifen und einem Glühwein gegen kalte Hände begrüßen sie die Läufer, die dort der Vennbahntrasse folgen. „Es ist einfach eine nette Stimmung hier”, erklärt Karin Feldmann, warum sie sich gerade diesen Standort ausgesucht hat. „Zuerst haben wir noch im Café gefrühstückt, und jetzt können die Kinder am Verpflegungsstand helfen und haben auch ihren Spaß.”

So zufrieden wie die Zuschauer ist auch Veranstaltungsleiter Günter Drießen, als so langsam die letzten Teilnehmer über die Ziellinie laufen. „Das Wichtigste ist, dass alle Sportler gesund ankommen.” Denn auch wenn der ATG-Abteilungsleiter für Leichtathletik sich als Sportler über die neue Bestzeit des Marokkaners Abdelhadi El Hachimi freut, soll der Lauf doch vor allem für die Freizeitläufer weiterhin attraktiv bleiben.

„Sport bedeutet Integration, deshalb wollen wir auch eine große Bandbreite von Menschen ansprechen”, sagt Günter Drießen. Deshalb freut sich der Veranstaltungsleiter auch, dass nicht nur 20 verschiedene Nationalitäten vertreten sind, sondern mit der Staffel von der Aachener Lebenshilfe auch Menschen mit Behinderung an diesem sportlichen Ereignis teilnehmen.

Seit sechs Jahren „walkt” die Lebenshilfe mit einer Gruppe einen Teil der Strecke mit. Ein Euro des Startgeldes jedes Läufers geht an die Lebenshilfe, außerdem haben viele Teilnehmer noch freiwillig Geld gespendet. Rund 4000 Euro sind in diesem Jahr wieder zusammengekommen.

Vorjahressieger mit neuem Streckenrekord

Dank der guten Witterungsbedingungen konnte Vorjahressieger Abdelhadi El Hachimi in 56 Minuten und 36.9 Sekunden einen neuen Streckenrekord aufstellen. Zweiter wurde Daniel Schmidt (LG Remscheid)in 57:46.3 vor Mostafa Benslimane (58:46.6).

Bei den Damen siegte Veronika Pohl (TSV Bayer Leverkusen) in 1:06:22.7, vor Kristina Ziemons vom DLC Aachen (1:08:14.8), und Nina Kunz (01:08:33.6) vom LG ASV DSHS Köln.
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