ATG-Winterlauf: Ein Tässchen Tee bei der Lebenshilfe

Von: Tim Habicht
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Willkommene Stärkung. Das Team der Lebenshilfe versorgt die Läufer an der Monschauer Straße mit Getränken.
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Auch die Lebenshilfe stellte wie jedes Jahr eine Laufgruppe, zum 50. Jubiläum des Laufes gabs sogar eine Torte.
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Familiäre Atmosphäre beim Winterlauf der ATG: Dieser Zuschauerin sind Puppen (noch) wichtiger als sportliche Leistungen. Foto: Andreas Steindl
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Seit sechs Jahren engagiert sich die Lebenshilfe beim ATG-Winterlauf.
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Neben Tee und Wasser gibt es vor allem Anfeuerung und Zuspruch für die vorbeikommenden Männer und Frauen. Foto: Vitamine nach dem Lauf

Aachen. Schnaufend erklimmen die Läufer die kleine Steigung, die sie zur Monschauer Straße führt. Mit verdreckten Hosen und Beinen voller Schlamm sind sie rund fünf Kilometer vor dem Ziel des ATG-Winterlaufs angekommen. Einmal tief durchpusten und plötzlich zaubert sich bei allen der 2500 Läufer ein Lächeln aufs Gesicht. Denn hinter dem Übergang über die Monschauer Straße erblicken alle den Verpflegungsstand der Lebenshilfe Aachen. Und das ist ohne Frage ein Grund zur Freude für die geschundene Läufer-Seele.

Hilde Bärnreuther, die bei der Lebenshilfe für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, steht dort mit rund 15 ehrenamtlichen Helfern – mit und ohne Behinderung – und versorgt alle Läufer mit Tee und Wasser. Ein Service, der bei den Sportlern sehr gut ankommt. Die ersten ambitionierten Läufer passieren den Verpflegungsstand zwar noch unbeeindruckt, doch sobald die Hobbyläufer den Stand erreichen, wird es richtig laut. Die Stimmung ist gut, der Tee wird dankend angenommen. Das bestätigt auch ein erschöpfter Sportler, der lachend das Warmgetränk in Empfang nimmt und ruft: „Das ist die beste Idee des Laufs!“ „Die Hobbyläufer freuen sich immer richtig, wenn sie an unserem Stand vorbeikommen. Einige bleiben auch bei uns stehen, trinken ihren Tee in Ruhe und unterhalten sich ein paar Minuten mit uns“, erzählt Hilde Bärnreuther.

Neben Tee und Wasser gibt es vor allem Anfeuerung und Zuspruch für die vorbeikommenden Männer und Frauen. Flaggen und Fähnchen schmücken den Weg zum Stand, lauthals werden die Sportler zu Höchstleistungen angespornt oder einfach zum Durchhalten motiviert. Dutzende Trillerpfeifen sorgen für echte Gänsehaut-Atmosphäre.

Seit sechs Jahren engagiert sich die Lebenshilfe beim ATG-Winterlauf. „Von jedem Startgeld kommt der Lebenshilfe ein Euro zugute. Deswegen wollten wir etwas zurückgeben und haben das mit dem Stand hier gemacht“, sagt Hilde Bärnreuther. Das Geld wird für sportliche Aktivitäten innerhalb der Lebenshilfe verwendet. Es wird beispielsweise eine passende Sportausrüstung finanziert. „Es ist einfach toll, dass die ATG uns damit unterstützt“, so Bärnreuther.

Der gesamte Lauf besticht durch eine tolle, vertraute Stimmung. Das ist besonders am Ziel zu spüren. Hunderte Zuschauer würdigen die Leistung der 2500 Teilnehmer mit tosendem Applaus. Dabei ist es völlig egal, welche Zeiten gelaufen werdend. Selbst der erfahrene Läufer Rachid Ezzouniou vom Team der Aachener Engel, der als Zweiter ins Ziel kommt, zeigt sich sichtlich beeindruckt: „Die Stimmung in Aachen ist einfach großartig!“ Einen Kritikpunkt äußert er dennoch grinsend: „Ich habe in letzter Zeit in Marokko trainiert. Hier ist es dann doch im Vergleich ziemlich kalt.“

Für Familie Förch gab es dagegen nichts zu mäkeln. Vater, Mutter und Sohn stehen am Zieleinlauf mit einem Plakat ausgestattet und genießen die Atmosphäre: „Es ist wirklich super und sehr familiär hier. Man trifft viele bekannte Gesichter. Unser Kleiner hat extra ein Plakat für seine Tante gemalt, die heute mitläuft. Die dürfen wir auf keinen Fall verpassen, sonst kriegen wir von ihm richtig Ärger.“

Keinen Ärger, sondern ein großes Lob verdienen alle Verantwortlichen und Helfer des 50. ATG-Winterlaufs. Der Jubiläumslauf überzeugt auf allen Ebenen und ist weitaus mehr als ein sportlicher Wettkampf. „Die Stimmung ist einfach grandios, ich habe Tränen in den Augen“, sagt ein sichtlich berührter Günter Drießen, Abteilungsleiter Leichtathletik der ATG. „Ein ganz großes Dankeschön an alle Helfer. Das ist ein Lauf für das Volk, und ich bin mächtig stolz.“

Auch die Unterstützung der Lebenshilfe ist für Drießen ein Plus: „Die Lebenshilfe ist ein ganz wichtiger Partner, sie gehört schon fast zum Verein. Es ist ein wichtiges Anliegen von uns, sie zu unterstützen. Sportler ist Sportler, und es ist egal, ob mit oder ohne Behinderung.“

Zum Ende der Veranstaltung holt Günter Drießen alle teilnehmenden Läufer der Lebenshilfe, die als Staffelteam an den Start gegangen sind, auf das Siegertreppchen des Winterlaufes. Man merkt allen an, dass viel Herzblut in dieser Kooperation zwischen ATG und Lebenshilfe steckt. Eine Kooperation, die auch in Zukunft bestehen bleiben soll.

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