ATG-Winterlauf: Die Jagd nach dem Streckenrekord

Von: André Schaefer
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Startschuss zum Winterlauf: Wie in den Vorjahren werden am Sonntag wieder 2500 Läufer auf die Strecke gehen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Vor ein paar Wochen hatte sich Philipp Nawrocki in die Teilnehmerliste eingetragen. Die Langstrecken-Legende der Aachener Turngemeinde (ATG) wollte es noch mal wissen und als einer von insgesamt 2500 Läufern bei der 52. Auflage des Winterlaufs an den Start gehen. Fünfmal hat Nawrocki den Kultlauf bereits gewonnen, ein sechster Sieg wird am Sonntag allerdings nicht hinzu kommen.

„Ich bin nicht ganz fit und werde zudem im Organisationsteam gebraucht“, sagt er. Das Favoritenfeld für die 18 Kilometer lange Herausforderung vom Vichtbachtal bis hin zum Chorusberg überlässt Nawrocki daher anderen.

Entzündung am Schienbein

Zum Beispiel dem Vorjahressieger Mussa Hudrog. Mit einer starken Vorstellung ließ der schnelle Mann der ATG im vergangenen Jahr seine Konkurrenten weit hinter sich. Bei seinem Zieleinlauf zeigte die Uhr 57:50 Minuten an. Erst mehr als 34 Sekunden später war sein Verfolger Christoph Lohse vom TV Wattenscheid am Ende der Strecke angelangt. Dass es auch in diesem Jahr zwischen beiden Kontrahenten einen Zweikampf um den Sieg geben könnte, ist zumindest nicht ausgeschlossen. Schließlich zählt Lohse spätestens seit seinem 2012 erreichten Winterlauf-Sieg zum Kreis der Favoriten.

„Was er kann, wissen wir alle“, sagt auch Mussa Hudrog, den seit einigen Wochen eine lästige Entzündung am Schienbein plagt. „Ich bin hochmotiviert und peile den Streckenrekord an. Allerdings muss ich abwarten, wie meine Entzündung auf den ersten Metern reagiert. Generell fürchte ich mich aber vor niemanden“, sagt der 29-Jährige selbstbewusst. Für sein Ziel muss er die bislang ungeschlagene Zeit von 56:36 Minuten unterbieten.

Fest steht: Das Grüppchen der potenziellen Anwärter auf den Sieg geht weit über Hudrog und Lohse hinaus. Neun Läufer der Top-Ten-Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr werden am Sonntag um 11 Uhr erneut ihre Schuhe schnüren. So dürfte auch Dominik Fabianowski, der bei der letzten Auflage auf Platz 3 lief, vom Startschuss an zum vorderen Feld gehören.

Um die Podiumsplätze

Der Läufer vom ASV Köln reist als frischgebackener deutscher Vizemeister über die Marathondistanz nach Aachen, im Oktober absolvierte der 24-Jährige den München-Marathon in 2:23:19 Stunden. Titelverteidiger Hudrog sieht ebenso Maciek Miereczko als Spitzenkandidat, „der um die vorderen Podiumsplätze mitlaufen kann“.

Der Sportler vom VfB Erftstadt hat in diesem Jahr bei nahezu allen bedeutenden NRW-Läufen auf sich aufmerksam gemacht. Zudem kann der Pole eine Marathonzeit von 2:14 Stunden in seiner Vita vorweisen. Als Neuling ist ihm aber die Strecke ebenso unbekannt wie dem hochgehandelten Briten Nikki Johnstone (ART Düsseldorf), der besonders in diesem Jahr die Laufszene kräftig aufmischt. „Auf ihn darf man gespannt sein. Er betreibt das Laufen erst seit zwei Jahren intensiv und ist unheimlich stark“, lobt Hudrog.

Schnelle Zeiten dürfte es in diesem Jahr auch in der Gesamtwertung der Frauen geben. Allen voran gilt Kristina Ziemons vom DLC Aachen als Favoritin auf den Sieg. Im insgesamt zehnten Anlauf war ihr im vergangenen Dezember der erste Titel beim ATG-Winterlauf geglückt. Um den ersten Platz zu verteidigen, wird Ziemons mit Steffi Jansen (PTSV Aachen) Eva Offermann und Claudia Leschnik (beide DJK Herzogenrath) namhafte Konkurrenz bezwingen müssen.

Von der heimischen Aachener TG werden ebenso Lea Böhmer und Irene Basten versuchen, im vorderen Feld mitzumischen. „Ich glaube, alle Teilnehmer müssen sich auf einen weichen Untergrund einstellen“, vermutet Hudrog. „Bestzeiten zu erreichen, wird dann doppelt schwer.“

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