Atelierhaus: Künstler laden Künstler ein

Von: Kathrin Albrecht
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Zu Gast im Atelierhaus: Auch Nike Seifert wurde von den „Lokalmatadoren“ für die neue Ausstellung eingeladen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Bei der kommenden Ausstellung im Aachener Atelierhaus stehen einmal nicht die Hauskünstler im Mittelpunkt, sondern Gastkünstler, die von den Lokalmatadoren eingeladen wurden. „Künstler:Kurator“ lautet daher der Titel der Ausstellung, bei der 17 Gastkünstler ihre Werke ab dem kommenden Sonntag, 21. Juni, präsentieren.

Sie kommen aus Düsseldorf und Köln, aus Russland und Rumänien, bevor sie in der Region Aachen eine neue Heimat gefunden haben. Die Ausstellung zeigt Werke ganz verschiedener Genres wie klassische Malerei, Zeichnungen und Fotografie. Unterschiedliche Techniken und Materialien kommen dabei zum Tragen.

Spannender Rollentausch

„Die Aachener Künstler haben sich ihre Gäste selbst gewählt“, erläutert Atelierhaus-Geschäftsführerin Nadya Bascha das Konzept. Dazu gehört auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Werk des anderen „Das Spannende ist dabei auch der Rollentausch, einmal nicht selbst der Ausführende zu sein, sondern einen anderen Künstler zu begleiten.“

Den Kontrast von Groß und Klein hat Magda Reimers bei ihren Werken zum Thema gemacht. Krankheitsbedingt konnte sie, die sonst farbenfrohe und großflächige Gemälde malt, nicht arbeiten. Also griff sie zum Smartphone und zeichnete mit Hilfe einer App für Kinder. „Diese Art zu arbeiten hatte etwas sehr Befreiendes. Ich konnte buchstäblich wie ein Kind loslegen“, erzählt Reimers über ihre Erfahrungen.

Mit dem Wandel der Industriekultur beschäftigt sich der gebürtige Essener Jörg Mellies. In der beligschen Stadt Sarieng bei Lüttch, die sich vom Stahlstandort zum modernen Dienstleistungszentrum wandelt, hielt er zwei Straßenszenen fest. Dabei geht es ihm nicht um einfache Schnappschüsse. „Ich setze Erinnerungsbilder zusammen“, sagt er über seine Kunst. Mit einem Spezialobjektiv und Stativ verbringt er oft mehrere Stunden an einem Ort, setzt die verschiedenen Bilder hinterher zu einer Szene zusammen.

„So ähnlich funktioniert es auch, wenn wir uns an eine bestimmte Szene erinnern. Raum und Zeit verschmelzen zu einer Ebene.“ Hubertus Peters setzt Landschaften, Gebäude und Monumente in Energieströme um. Den Felsen von Gibraltar und das Matterhorn hat er auf diese Weise umgesetzt. Die Kölnerin Nike Seifert hat eine ganz eigene Technik entwickelt. Mit Farben, die sie aus Pigmenten und Metallen selbst mischt, Hasenleim und Champagnerkreise schafft die gelernte Vergolderin flächige, plastische Bilder. Die Farben träg sie dabei oft auch mit bloßen Händen auf.

„Ich male sehr experimentell und habe kein festes Konzept, wenn ich mit meiner Arbeit beginne“, erzählt sie. In der Ausstellung sind ihre Bilder „Pfau“ und „Snappper“ zu sehen: „Der Pfau verkörpert für mich den Frühling mit seiner Frische und dem Grün. Beim ,Snapper‘ geht es um das Abtauchen oder Eintauchen.“ Ihre „Kuratorin“, die Künstlerin Monika Radhoff-Troll, hat sie in einer Kölner Galerie kennengelernt. Beide Künstlerinnen verbindet das haptische Element in ihrer Kunst, auch wenn sie unterschiedliche Ansätze verfolgen.

Musikperformance

Mit der Ausstellung eröffnet gleichzeitig auch das Sommerfest des Atelierhauses. Von 12 bis 14 Uhr sind die Ateliers im Haupthaus und in Haus 1 bis 4 des Anbaus für Besucher zugänglich. Um 14 Uhr eröffnet in der ersten Etage des Haupthauses die Ausstellung „Künstler:Kurator“. Dirk Tölke führt in die Werke der Künstler ein. Um 15 Uhr präsentiert Sonja Mischor im Erdgeschoss eine experimentelle Musikperformance. Das Duo mit Kontrabass spielt im Anschluss im Klostergarten auf. Studierende der Theaterschule Aachen präsentieren das Stück „Sommerfrisch/Verwunschen“. Für Kinder gibt es verschiedene Kunstaktionen zum Mitmachen. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung „Künstler:Kurator“ ist bis zum 26. Juli dienstags bis freitags von 10 bis 14 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 15 Uhr sowie nach Vereinbarung im Atelierhaus, Süsterfeldstr. 99, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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