Atelierhaus Aachen: Der Raum wird zum Kunstwerk

Von: Kathrin Albrecht
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„Raumskulptur“: Künstler Klaus Schmitt im Atelierhaus Aachen. Die gewagte Ausstellung ist ab Sonntag, 17. Mai, in der Süsterfeldstraße 99 zu sehen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. In der Vergangenheit bot der große Ausstellungsraum im Atelierhaus Aachen einen Ort für verschiedene Kunstobjekte. Jetzt wird der Raum selbst zum Kunstwerk. Der gebürtige Korschenbroicher Künstler Klaus Schmitt schuf für seine aktuelle Ausstellung eine Raumskulptur im besten Sinn.

Die Stellwände, sonst im Raum verborgen, setzte er dafür in den Mittelpunkt. Als Diagonale teilen sie den großen Raum, die Flucht führt den Betrachter zu einem großen Aquarell. Eine weitere Stellwand platzierte Schmitt an der Wand, überzog sie mit handelsüblicher Alufolie.

Wie ein riesiger matter Spiegel wirkt die Stellwand auf den Betrachter. Neue Einblicke erschließen sich dem Betrachter auf diese Weise, das empfindet nicht zuletzt auch Nadya Bascha, Geschäftsführerin des Atelierhauses, so. „Diese reduzierte Form ist gewagt und ich bin gespannt auf die Resonanz.“

Die gefühlte Mitte

Schmitt selbst befasst sich seit seinen Anfängen als Künstler mit der Idee des Raums und der Position von Dingen und nicht zuletzt des Menschen selbst in ihm. „Wir alle sind auf der Suche nach der gefühlten Mitte“, sagt er dazu. Nach einem Studium an der RWTH besuchte Schmitt die Kunstakademie Düsseldorf, war dort Meisterschüler bei Georg Uecker.

Seine Skulpturen stellte Schmitt schon in New York, Berlin und Modena aus. 1996 steuerte er sein „Raumkreuz“ für eine Stipendiatenausstellung im Ludwig Forum bei. Was er aus dem Raum machen kann, weiß Schmitt schnell: „Sobald ich den Raum betrete, habe ich zwei, drei Grundkonzepte im Kopf.“ So war es auch im Ausstellungsraum des Atelierhauses. „Ich wusste sofort, dass ich diese versteckten Stellwände sichtbar machen wollte.“ Auch die Vergangenheit des Ortes spielte bei der Konzeption eine Rolle.

Noch immer sei der Geist des klösterlichen Lebens hier zu spüren. Schmitt sieht in der bewussten Zurückgezogenheit des Klosters und seinem Raumkonzept Parallelen. „Es geht darum, zu reduzieren, um bestimmte Energien zu erzielen. Ich versuche die Reduzierung auf das Wesentliche. Das wird in unserer heutigen Zeit mit unserer Massenkommunikation und Dauerberieselung ja fast verhindert.“

Auch in den ausgestellten Aquarellen spielt das Raumkonzept eine zentrale Rolle. „Die farbigen Linien teilen den weißen Raum“, erläutert Schmitt.

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