Aachen - „Asyl ist ein Menschenrecht“: Ausstellung in der Stadtbibliothek

„Asyl ist ein Menschenrecht“: Ausstellung in der Stadtbibliothek

Von: Angelina Boerger
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„Asyl ist Menschenrecht“: Manfred Sawallich, Sarah Klaudt, Brunhilde Siepmann und Gisela Hinsberger eröffneten die Ausstellung in der Stadtbibliothek. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wovor fliehen knapp 60 Millionen Menschen, die derzeit weltweit auf der Flucht sind? Welchen Gefahren sind sie ausgesetzt? Wo finden sie Schutz? Diese Fragen stellt sich auch der Förderverein Café Zuflucht, der anlässlich des Tages der Menschenrechte bis zum 9. Januar in der Stadtbibliothek an der Couvenstraße Ausschnitte der überregionalen Ausstellung „Asyl ist ein Menschenrecht“ von Pro Asyl zeigt.

Für Manfred Sawallich, Leiter der Stadtbibliothek, ist eines ganz klar: „Niemand flieht ohne Not aus seiner Heimat.“ Deshalb möchte die Stadtbibliothek durch die Ausstellung in ihren Räumen zeigen, dass hier jeder Mensch willkommen ist. „So kann sich jeder über die aktuelle Lage informieren und lernt vielleicht noch einige neue Fakten dazu.“

Auch den Geflüchteten möchten Sawallich und seine Mitarbeiter einen einfachen Zugang zu den Beständen der Bibliothek ermöglichen. „Wir versuchen, besonders für Flüchtlinge die bürokratischen Hürden so niedrig wie möglich zu halten, damit jeder die Möglichkeit hat, etwas bei uns auszuleihen.“

Lag früher der Schwerpunkt bei der Begegnung, liegt er heute bei der Beratung, denn der Andrang an Hilfesuchenden im Café Zuflucht wird immer höher: „Bis September hatten wir über 800 Ratsuchende, die unsere offene und kostenlose Beratung mehrfach in Anspruch genommen haben“, erzählt Brunhilde Siepmann, Vorsitzende des Fördervereins. „Hinzu kommen noch die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, denen wir ebenfalls beratend zur Seite stehen.“ Damit ist das Café Zuflucht derzeit die höchstfrequentierte Flüchtlingsberatungsstelle in Nordrhein-Westfalen.

Die Beratung richtet sich vorrangig an Flüchtlinge ohne gesicherten Aufenthaltsstatus, die – so Sarah Klaudt, hauptamtliche Mitarbeiterin des Cafés – aufgrund ihrer unklaren Situation oft mit ihren Problemen alleine gelassen werden.

Fokus auf Asylverfahren

„Unser Fokus liegt auf der Beratung bei Problemen im Asylverfahren. Außerdem geben wir Flüchtlingen Hilfestellungen im Umgang mit Behörden, Gerichten, Arbeitgebern oder Vermietern.“ Dass es dabei oft an kleinen bürokratischen Dingen scheitert, ist für Klaudt nicht verständlich. Es sei manchmal „wie ein Kampf gegen Windmühlen“.

Für den Wunsch, in einem Land mit mehr Perspektiven leben zu wollen, hat Gisela Hinsberger, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Cafés, großes Verständnis. Um so mehr blickt sie mit Sorge auf die großen Gesetzesänderungen, wie beispielsweise die Beschränkung des Familiennachzugs. Für sie kann die Lage nur international gelöst werden: „Auch wenn wir vor große gesellschaftliche Herausforderungen gestellt werden, gibt es keinen Grund, die Lage unnötig zu dramatisieren. Wir sollten uns vor Augen halten, dass in weit ärmeren Ländern die aktuelle Situation Alltag ist – obwohl die Lage dort oftmals weit angespannter ist als bei uns.“

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