Aseag: Wird das „Geschenk” zurückgenommen?

Von: Albrecht Peltzer
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Der gute Einstieg wird teurer: Um rund 3,3 Prozent sollen zum 1. April die Fahrpreise erhöht werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Busfahren in Aachen wird teurer. Der Mobilitätsausschuss wird am Donnerstag in seiner Funktion als Beirat des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) wohl einer durchschnittlich 3,3-prozentigen Anhebung der Tarife zum 1. April zustimmen.

Damit ist allerdings das letzte Wort in Sachen kostspieligerer ÖPNV noch nicht gesprochen. Denn die Zukunft des vor der letzten Kommunalwahl von Rot-Grün als Geschenk dem Bürger präsentierten City-XL-Tarifs gilt als ausgesprochen unsicher.

Das Angebot ist für den Kunden der absolute Renner. Monatlich verkauft die Aseag 100.000 City-XL-Karten. Für einen Euro kann man damit im Gebiet der gesamten Innenstadt - vom Hauptbahnhof bis zum Tivoli und vom Bahnhof Rothe Erde bis zum Westbahnhof - fahren. Im Gespräch ist eine Erhöhung auf 1,40 Euro - was rund 300.000 Euro im Jahr bringen würde.

Der Punkt ist Gegenstand der derzeit laufenden Online-Bürgerbefragung zu Einspar- und Einnahmemöglichkeiten im neuen Haushalt. Aber auch bevor Ergebnisse feststehen, sind aus Reihen der Ratsfraktionen Meinungen laut geworden, der Erhöhung zuzustimmen. Dieses Ticket ist im jetzt zur Abstimmung stehenden Maßnahmenpaket noch nicht Diskussionsgegenstand. Der AVV sagt nur: „Auf die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen wurde bereits mehrfach hingewiesen.”

Einen Kompromiss hat die Politik in Sachen Schüler-Ticket (School&Fun-Ticket) gefunden. Der AVV wollte das begehrte Billett um stolze 13,64 Prozent (von 22 auf 25 Euro) verteuern. Eine „Preisanpassung zur Erreichung einer Kontinuität der Tarifpolitik” sei mit Stichtag 1. August „unumgänglich”, heißt es. Dem gegenüber stände der immense Vorteil, „unbegrenzt” im gesamten AVV-Gebiet zu fahren.

Schwarz-Grün hat sich in Aachen auf einen Kompromiss geeinigt. Beschlossen werden soll eine Erhöhung auf lediglich 23,20 Euro. Nach Aussage von Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig sei dies auch mit den Kommunen in der Städteregion so abgestimmt. Nicht angetastet werden sollen die Schüler-Ticketpreise für diejenigen, die wegen der größeren Entfernung zur Schule Anspruch auf Bezuschussung haben. Für das erste Kind beträgt der Eigenanteil weiter 12, für weitere 6 Euro.

Fünf Cent teurer wird ein Einzelfahrschein in der Preisstufe 1 (künftig 2,40 Euro). Knapp 7,6 Millionen Einzelfahrscheine für Erwachsene und Kinder wurden im Bereich des AVV im vergangenen Jahr verkauft. Mit der Tariferhöhung soll der Erlös in diesem Segment von 17,2 Millionen auf rund 17,75 Millionen Euro gesteigert werden.

Die übertragbare „Aachen-Karte” soll ab 1. April 55,60 Euro kosten (bisher 53,55 Euro). Im Abonnement kostet das Monatsticket dann 46,33 Euro (bisher 44,63 Euro). Zeitkarten werden nach der jetzt zu beschließenden Tabelle im AVV-Verbund durchschnittlich 3,45 Prozent teurer. Zeitkarten im Abonnement für Auszubildende sind von der sogenannten „Tarifanpassung” allerdings ausgeschlossen.
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