Aseag investiert bis zu 250.000 Euro in Kundencenter

Von: Robert Esser
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Image-Politur: Im neuen Kundencenter - schräg gegenüber des Bushofs - will die Aseag tausende Neukunden gewinnen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Vor der Baustelle kassiert der Mannschaftsbus der Bayern-Elf gerade ein Knöllchen, weil er protzig auf dem Bürgersteig zwischen Novotel und EBV-Carré parkt. Während die Münchener Kicker einfliegen, ist der leere Bolide hunderte Kilometer aus dem Süden Richtung Aachen gedieselt, um die Herren Fußballer über die Fünf-Minuten-Distanz zwischen Peterstraße und Tivoli zu kutschieren.

„Den Transport hätten wir gerne übernommen”, sagt Hans-Peter Geulen am Mittwoch. Der Center-Leiter Verkehrswirtschaft/Vertrieb muss hier nicht lange rechnen, um das Ungleichgewicht von Kosten und Nutzen auszumachen. Nebenan will man´s besser machen. Nach siebenjährigem Leerstand übernimmt die Aseag Erdgeschoss und zwei weitere Etagen der gläsernen „Praline” des EBV-Carrés an der Ecke Peter-/Schumacherstraße.

Bis zu 250.000 Euro fließen bis Mitte März in den Umbau. Dann konzentriert die Aseag im Erdgeschoss ihr neues Kundencenter mit sieben festen Schaltern, die bei Hochbetrieb um zwei weitere aufgestockt werden. „Besonders zu Stoßzeiten - zu jedem Monatswechsel, bei Schülern zum Ferienende und zum Lehrjahrbeginn Anfang August - haben wir extreme Kapazitätsprobleme am alten Standort im Bushof”, erklärt Geulen.

Die Wartezeiten seien oft unzumutbar, die Räume nach 30 Jahren marode. Und dieses Bild soll sich jetzt ändern. Es geht nicht nur um 100.000 Stammkunden, von denen 20000 zur Abo-Klientel zählen. Man erwartet viel mehr in der aufpolierten Aseag-Dependance.

Ab dem Sommersemester 2011 werden nämlich sämtliche Semestertickets nicht mehr von der Hochschule, sondern im neuen Aseag-Kundencenter abgewickelt. Dazu kommen womöglich schon ab April Sozialticket-Kunden und weitere Jobticket-Interessenten. „Wir stehen da gerade vor dem Vertragsabschluss mit einem Großunternehmen - allein davon versprechen wir uns über 1000 weitere Fahrgäste”, sagt der Center-Leiter.

Rund 30 Mitarbeiter werden sich auf rund 600 Quadratmetern und drei Etagen auch um Fundsachen und Schwarzfahrer kümmern, die „erhöhte Beförderungsentgelte” nachzahlen. Zudem ist eine Mobilitätsecke geplant, die hochmodern für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wirbt.

„Wir erwarten, dass wir viele Neukunden gewinnen, sodass die Rechnung letztlich aufgeht”, betont Geulen. Denn die Busse der Aseag häufen Defizite in zweistelliger Millionenhöhe auf. Flächen, die von der Aseag wegen des Umzugs in die „Praline” nicht mehr benötigt werden, will man nun anderweitig vermieten. Auch das gehört zum Wirtschaftsplan.

Das erste Jahr im EBV-Carré sei quasi mietfrei, erklärt der Vertriebsexperte. „Man ist uns sehr entgegengekommen.” Danach sind knapp 8000 Euro monatlich fällig. Der Komplex gehört nach jahrelangen Irrungen inzwischen einem Münchener Privatmann. Ob der Unbekannte - genauso wie der Bayern-Bus - am Mittwoch in Aachen war, weiß niemand. Mit dem Resultat dürfte er trotzdem in jeder Hinsicht zufrieden sein.
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