Aachen - „Asche machen“ für Frankenberger Dom

„Asche machen“ für Frankenberger Dom

Von: Robert Esser
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Gespart wird am Unterhalt von Kirchengebäuden: Deshalb wurde die Kirche Herz Jesu „abgemeldet“. Foto: Robert Esser
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Kämpfen kreativ für den Erhalt des Frankenberger Doms: Herz Jesu kann sich auf (v.r.) Pastor Hendriks, Elmar Brandt, Ulrich Irmen, Dr. Thomas Greven und Pfarrer Thomas Faltyn verlassen. Foto: Robert Esser
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Unter St. Gregorius an der Ecke Luxemburger Ring/Eupener Straße entstehen rund 800 Grabkammern in einem neuen Columbarium. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das Credo von Pastor Frank Hendriks: „Wirtschaftlichkeit und pastorale Nutzung schließen sich nicht aus.“ Was clever klingt, ist ein kreativer Kraftakt. Und es hört sich ein wenig bizarr an: Denn es geht darum, mit Asche – salopp formuliert – Asche zu machen.

Der Hintergrund: Hendriks‘ seit 2010 fusionierte Pfarre St. Gregor von Burtscheid muss – wie alle anderen Gemeindegemeinschaften des Bistums Aachen – mit 33 Prozent weniger Finanzzuwendungen auskommen. Gespart wird am Unterhalt von Kirchengebäuden. Deshalb wurde die Kirche Herz Jesu, im Viertel rund um die Viktoriaallee liebevoll „Frankenberger Dom“ genannt, „abgemeldet“.

Das heißt: In Unterhalt und Instandsetzung fließt kein Bistumsgeld mehr. Hendriks, Pfarrer Thomas Faltyn, Kirchenvorstand Ulrich Irmen, GdG-Ratsmitglied Elmar Brandt, Dr. Thomas Greven vom Kirchbauverein und viele weitere rührige Ehrenamtler in der 16 000-Seelen starken Gemeindegemeinschaft nehmen nicht hin, dass damit – wie andernorts geschehen – das Ende des Gotteshauses besiegelt wird.

Und dies während die drei anderen großen Kirchen der Pfarrgemeinschaft – St. Michael, St. Johann und St. Gregorius – fortbestehen. „Wir leben eine Solidargemeinschaft. Alle helfen, damit genug Geld für den Unterhalt von Herz Jesu da ist“, sagt Dr. Thomas Greven vom Kirchbauverein. Man muss nun selbst Geld auftreiben. Die Rede ist von rund 84.000 Euro pro Jahr.

Dazu soll das „3. Frankenberger Domfest“ beitragen, das am Sonntag, 3. Juli, in und rund um die Kirche stattfindet. Aber das reicht nicht. Deshalb erhofft man sich weiteren Geldsegen durch engere Kooperationen mit dem benachbarten Marienhospital, das statt in der klinikeigenen Kapelle in St. Johann Gottesdienste feiern könnte – und sich gleichzeitig am Unterhalt beteiligt.

Vor allem aber soll das neue Columbarium – rund 800 Grabstellen für Urnen unter der Kirche St. Gregorius an der Ecke Luxemburger Ring/Eupener Straße – in Zukunft für finanzielle Entlastung sorgen. Nach der Umbauinvestition in die Krypta und der Eröffnung Allerheiligen 2018 könnten bei voller Belegung der Urnenplätze in einigen Jahren rund eine Viertelmillion Euro fließen.

Vielleicht auch das Doppelte. Die Kalkulationen laufen gerade, wie Kirchenvorstand Ulrich Irmen erklärt. In anderen Grabeskirchen, die weitaus größer sind (St. Josef: 2150 Grabkammern, Erlöserkirche in Brand: 4000 Grabkammern), beträgt der Tarif für eine 20-jährige Ruhefrist zwischen 2200 und 4100 Euro. Und St. Gregorius wäre weitaus exklusiver.

Weil der Burtscheider Plan lukrativ klingt und von der Gesamtgemeinde unterstützt wird, wurden Pläne eines Investors, der Herz Jesu zu einem Büro-Wohnkomplex umbauen wollte, längst verworfen. Pro Kirche gibt es wöchentlich mindestens zwei Gottesdienste. Und so soll es bleiben. Daran glaubt nicht nur Pastor Hendriks

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