Aachen - Arzt fährt auf Busdepot ab: Musikkeller und Biergarten

Arzt fährt auf Busdepot ab: Musikkeller und Biergarten

Von: Robert Esser
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Riesiges Potenzial für Gastronomie und Konzerte: Ein Investor will nun das alte Busdepot an der Bachstraße neben dem Eisenbahnviadukt aufwendig sanieren und neu beleben. Foto: Michael Jaspers
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Riesiges Potenzial für Gastronomie und Konzerte: Ein Investor will nun das alte Busdepot an der Bachstraße neben dem Eisenbahnviadukt aufwendig sanieren und neu beleben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Was der Mediziner und gebürtige Bayer seit 30 Jahren in Aachen vermisst? Genau: einen Biergarten. Der neue Eigentümer des alten Busdepots an der Bachstraße 20, unmittelbar am Burtscheider Eisenbahnviadukt, will hier mit seiner Ehefrau neben Büros eine lebendige Gastronomie und einen Musikkeller für Konzerte und Co. verwirklichen.

Entsprechende Pläne für den mehrere tausend Quadratmeter großen Komplex bestätigte der renommierte Arzt, der mit seinem Namen nicht öffentlich in Erscheinung treten möchte, am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. Zuletzt hatte der Backsteinbau, der vormals als Werkstatt und Busdepot genutzt worden war, im Mai 2004 Schlagzeilen gemacht, als dort vier Busse ausbrannten.

Feuer und Flamme für den neuen kulturellen Schmelztiegel ist offenbar auch die Stadt Aachen, der bereits entsprechende Bauanfragen vorliegen. Oberbürgermeister Marcel Philipp hatte das alte Busdepot im Spätsommer 2014 am Runden Tisch zum vermeintlichen Clubsterben in der Kaiserstadt als potenziellen Veranstaltungsort ins Gespräch gebracht. Die Lage scheint perfekt: Die zweistöckigen Gebäude grenzen nicht unmittelbar an Wohnbebauung, für Autos steht nebenan ein großer Parkplatz an der Ecke Kurbrunnenstraße zur Verfügung, und der Hauptbahnhof ist kaum zwei Gehminuten entfernt.

„Die Situation dort eignet sich hervorragend für einen neuen, hochwertigen gastronomischen und kulturellen Anziehungspunkt“, sagt der Investor. „Das Gebäude-Ensemble besitzt einen einzigartigen industriellen Charme, der nun mit viel Liebe zum Detail herausgearbeitet werden soll.“ Das alte Busdepot soll keine simple Party-Location, sondern auf viele Jahre hinaus ein Publikumsmagnet werden – für Live-Musikfans und Freunde anderer kultureller Highlights. Mehrere hundert Zuschauer dürften im Souterrain-Musikkeller Platz finden. In den oberen Etagen sind Restaurants und Bars denkbar. Auf dem Vorplatz neben und unter dem Viadukt sei genug Raum für einen Biergarten, heißt es.

Vor dem Abriss gerettet

Vorher steht der gewaltige Umbau an. Vorarbeiten laufen bereits. „Wir sind glücklich, dass es nun gelingen kann, das alte Busdepot vor dem Abriss zu retten. Das wäre doch eine Schande gewesen“, sagt der Mediziner. Den Umbau des Depots wil das Investoren-Ehepaar in enger Abstimmung mit der Stadt Aachen realisieren – und dann lokale Veranstalter ins Boot holen. In einem guten Jahr könnten erste Teilbereiche des alten Busdepots mit neuer Bestimmung eröffnet werden, schätzen die Macher.

Als weitere mögliche Veranstaltungsstätten für Kulturfreunde werden die Flächen des Automatencasinos im Kapuziner Karree angesehen. Die Automaten sollen noch vor dem Sommer mit dem Spielcasino ins Übergangsdomizil Tivoli umziehen, wenn des Kurhaus an der Monheimsallee saniert wird. Auch einzelne Hallenbereiche auf dem Alten Schlachthof sind noch als neue Veranstaltungsflächen im Gespräch. Auf der anderen Seite stehen offenbar weitere Schließungen im Raum. Neben dem ehemaligen „Slaughterhouse“ vor der Diskothek „Starfish“, das zuletzt als „Charly Brown“ Partys und Konzerte bot, wird auch der Elysée-Tanzpalast auf der Streichliste des Jahres 2015 gehandelt. Der Eigentümer des ehemaligen Kinos sucht angeblich seit Monaten einen Käufer.

Auf der Suche nach neuen kulturellen Attraktionen und abendlichem Amusement kommt der Vorstoß des Aachener Arztes aus Bayern also gerade recht. Mit heilendem Rezept für die leicht kränkelnde Kulturlandschaft...

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