Arge zieht Zwischenbilanz zum Projekt Job-Perspektive Aachen

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Aachen. Langzeitarbeitslose Menschen, die langfristig nicht in den ersten Arbeitsmarkt integrierbar sind, sollen mit dem im letzten Jahr angelaufenen Projekt in sinnvolle, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gebracht werden. Das erläuterte Marcell Raschke, Geschäftsführer der Arge, jetzt bei einem Pressegespräch.

Das Besondere an der Aachener Ausformung des Bundesprojekts ist die 100-prozentige Finanzierung der Arbeitskosten. Wo das Sozialgesetzbuch (SGB) II eine maximale Förderhöhe von 75 Prozent des Bruttoentgeltes vorsieht, gibt die Stadt Aachen weitere 25 Prozent Zuschuss. Das Geld, 700.000 Euro, konnte durch Einsparungen im Bereich der Unterbringungskosten vom Fachbereich Soziales und Ausländerwesen bereit gestellt werden. Seit November 2008 sind 84 Stellen eingerichtet worden. 17 der Personen sind bei der Stadt Aachen, 64 bei anderen Trägern beschäftigt. Dazu kommen 263 Stellen im Rahmen der 75-Prozent-Förderung.

„Das System ist sehr gut angelaufen und wir sind in Aachen gut platziert, weil es hier eine gute Diskussions- und Arbeitskultur mit der freien Trägerlandschaft gibt”, so Raschke.

Er versicherte, dass Verdrängungseffekte auf dem Arbeitsmarkt ausbleiben würden, denn es handele sich um einen besonderen Personenkreis. In Arbeit gebracht werden nämlich Menschen, die in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich nicht in den ersten Arbeitsmarkt integrierbar sind. Sie arbeiten in Schulen, bei der Stadtbildverbesserung oder Gebäudereinigung, als Busbegleiter und ähnlichem mehr.

„Wir reden von Menschen in schwierigen Lebenssituationen”, betonte Christiane Feldmann von Picco Bella, einem der Verbundträger. Für diese Personen sei es wichtig, wieder positive Erfahrungen zu machen, „damit es einen Sinn hat, morgens aufzustehen”. Dazu gehöre vor allem, dass sie Lohn bekommen und nicht staatliche Unterstützung. „Lohn ist immer noch ein großes Anerkennungsmoment in unserer Gesellschaft”, so Feldmann. Es versteht sich, dass die Beschäftigung tariflich vergütet wird.

Die bisher vermittelten Personen arbeiten in Gemeinwohl orientierten Bereichen. Sie unterstützen beispielsweise das Personal in Schulküchen, sie helfen Passagieren bei Problemen rund ums Busfahren, sie verstärken Reinigungstruppen im öffentlichen Raum oder kümmern sich um die Taubenschläge. „Was mich berührt, ist, wie glücklich die Menschen sind, wenn sie wieder eine Aufgabe haben”, kommentierte Nicole Kuhn vom Fachbereich Wirtschaftsförderung.

Derzeit gebe es Planungssicherheit für zwei Jahre, erläuterte Marcell Raschke. Er sehe aber einen Rückhalt in der Politik, die 100-prozentige Förderung dauerhaft beizubehalten. Der Arge-Geschäftsführer wies noch einmal darauf hin, dass das Angebot jedem Arbeitgeber offen stehe. Unternehmer aller Branchen können bei der Arge eine geförderte Stelle beantragen, wenn es sich um Gemeinwohl orientierte Tätigkeiten handelt.
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