Architekturwettbewerb: Jury prämiert Ideen fürs Wohnen von morgen

Von: Julia Arndt
Letzte Aktualisierung:
8613446.jpg
Hatten die richtigen Ideen: Die Studenten Marcel Braun und Christian Giek haben den 1. Preis gewonnen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Nachhaltigkeit, Demografischer Wandel, Werterhalt, Inklusion – diese Schlagworte haben es längst von der Sozialwissenschafts-Vorlesung in den Lehrplan vieler angewandter Wissenschaften geschafft. Auch die Architekten von morgen müssen sich neuen Herausforderungen stellen.

Es sind Probleme, die entstehen, wenn sich die Anforderungen einer Gesellschaft in längst bebauten Stadtgebieten wandeln. „Bauen im Bestand“ – das ist der diesjährige Titel des Architekturwettbewerbs der Fachhochschule Aachen.

Im Rahmen einer Projektarbeit, welche von Jörg Wollenweber betreut wurde, haben sich 53 Studierende im Sommersemester mit der Aufgabenstellung beschäftigt, eine baugleiche Mehrfamilienhausreihe zu modernisieren und dabei möglichst die Balance zwischen Neugestaltung und dem Erhalt von Bausubstanz zu finden.

13 dieser Projekte wurden einer Fachjury präsentiert und einige davon prämiert. Die glücklichen Gewinner konnten sich nunmehr über Preisgelder in einer Gesamthöhe von 2500 Euro von S-Immo freuen.

Den ersten Platz sicherten sich Marcel Braun und Christian Giek mit ihrem einfachen, aber genialen Fassadenspiel aus versetzten Würfelelementen. Die überdachten Loggien, die sich mit Wohnraumerweiterung abwechseln, bieten den Bewohnern anstelle von Balkonen Privatsphäre in einem eng bebautem Raum.

Senioren- und rollstuhlfahrerfreundlich wird dies unter anderem durch das selbstentwickelte Konzept der ebenerdigen, gleitenden Verkleidungen. Durch den Erhalt den ursprünglichen Klinkerfassade fügt sich das modernisierte Bauobjekt nach wie vor optisch in die Nachbarschaft ein.

Auch das zweitplatzierte Projekt „Grün bis unters Dach“ von Cara Weibel und Nathalie Posch änderte nur wenig am äußeren Erscheinungsbild der Reihenhaussiedlung. Der Clou ihrer Idee war das verlagerte Treppenhaus in die ehemaligen Zwischenräume der Häuser.

Der aus Drahtseilen bestehenden Kaltraum ist von außen komplett mit Kletterhortensien überwachsen und sorgt somit, neben dem Gewinn an Wohnfläche noch für eine angenehme Atmosphäre. Die meisten Veränderungen zeigen sich in den neu geschnittenen Innenräumen statt in einer Neugestaltung der Fassade.

Gesucht wurden auf Grund der Themenvorgabe nicht die ausgefallenen Designs oder futuristischsten Konzepte. Stattdessen waren unter anderem Umsetzbarkeit, guter Umgang mit vorhandener Bausubstanz und lösungsorientierte Planung Aspekte, die von der Jury benotet wurden.

Wenn ein Entwurf eine starke Veränderung beinhalte, wie beispielsweise ein komplett neues, schräg aufgesetztes Dach, müsse dieses alle vorhandenen Probleme beseitigen, sagte der Dekan des Fachbereichs Prof. Horst Fischer. „Sonst kann man direkt neu bauen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert