Aachen - Architekturausstellung thematisiert heutige Relevanz des Rokoko

Architekturausstellung thematisiert heutige Relevanz des Rokoko

Von: Eva Onkels
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Die Schilder sind schon da: Die Strecke für den Lousberglauf am 8. Juli wird bereits jetzt markiert, damit die Teilnehmer sich vorher mit den schwierigen Bedingungen vertraut machen können. Foto: RWTH Aachen

Aachen. Der Computer hätte die Architektur in ihren Grundfesten erschüttern können – doch passiert sei wenig. Bedauern ist in der Stimme von Luc Merx zu hören, wenn er darüber redet, wie wenig die Architektur sich durch die Einführung des Computers tatsächlich verändert habe.

„Wir wollen eine zeitgemäße Architektur schaffen“, sagt Merx, Architekt und Aussteller in der Ausstellung „Pavillons – Rokokorelevanz“. Wie das Rokoko relevant für die heutige Architektur sein kann, kann man sich sicherlich fragen, findet man heute doch eher selten Säulen und riesige steinerne Vasen an Hausfassaden.

„Wir müssen radikal über die Architektur nachdenken“, erzählt Merx weiter. Vielleicht zurück zu einer ganz anderen Basis gehen, eine neue – alte Form der Architektur wiederbeleben, ohne ein Neorokoko zu schaffen. Ein Sichbewusstwerden über die Strukturen, Bauformen und auch die Effizienz des Rokoko möchte die Gruppe erreichen.

Nachdem bereits 2008 und 2009 ein Vortrag und eine kleine Ausstellung zum Thema „Rokoko“ und moderne Mittel der Architektur gezeigt und gehalten worden sind, möchte man sich jetzt etwas mehr dem eigentlichen Projekt zuwenden. Passend dazu werden im Couven-Pavillon am Lousberg, der eigentlich Kerstenscher Pavillon oder Gartenhaus Mantels heißt, nun Impressionen zur Rokokoarchitektur ausgestellt, Querschnitte und computergestaltete Modelle der Vasen, Wandstrukturen, Säulen und Einzelelementen aus denen sich die Rokokoarchitektur zusammensetzt.

Die Grundidee resultierte aus dem Werkzeug „Computer“. „Wir haben durch den Computer eine neue Vorstellung davon erhalten, wie man Oberflächen wahrnehmen kann“, erzählt Merx. Warum besonders das Rokoko interessant ist, erklärt Merx: „Im Rokoko vermischte man den Bildraum mit dem realen Raum.“ Putten etwa, die nicht nur als Deckengemälde zu sehen waren, sondern Gliedmaßen in den Raum hineinstreckten.

Solche Elemente einzubringen hält Merx mit Hilfe des Computers für eine gute Möglichkeit, Räume und Verzierungen wieder dreidimensional erlebbar zu machen – ohne dabei allerdings ein authentisches Rokokogebäude schaffen zu wollen. „Wir sind nicht daran interessiert, dass es authentisch ist“, sagt er, unter anderem auch mit Blick auf den Ausstellungsraum, denn der Couven-Pavillon stand zunächst am Annuntiatenbach, daher ist es aus heutiger Sicht auch fraglich, wie viel echter „Couven“ noch in dem Pavillon steckt.

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