Architektur-Studenten sollen Talbot-Siedlung gestalten

Von: Luisa Thomé
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„2. Reihe, 1. Lage“: In der Talbot-Siedlung nahmen die Studierenden der FH das Objekt ihrer Arbeit mit Dozenten und Verantwortlichen der Gewoge in Augenschein. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Hinter dem recht heruntergekommenen Talbot-Komplex an der Jülicher Straße, Ecke Burggrafenstraße liegt der Architektentraum: 20.000 Quadratmeter Spielwiese, die geradezu danach rufen, genutzt zu werden. Wie? Das überlässt die Gewoge, Eigentümer des Grundstücks, jetzt dem Nachwuchs.

„2. Reihe, 1. Lage“ heißt das Bachelor-Projekt, bei dem die Architektur-Studenten der FH Aachen kurz vor ihrem Ziel ihr Können sowohl im Bereich Städtebau als auch im Handwerk des Wohnbaus unter Beweis stellen müssen. Hier soll soziales Wohnen im urbanen Nordgebiet entstehen.

20.000 Quadratmeter, davon 15 000 Brache. Die restlichen 5000 Quadratmeter sind seit 1922 bebaut, seit an dieser Stelle Wohnraum für Fabrikarbeiter geschaffen wurde. Lang ist’s her – und das sieht man. Hinzu kommt, dass hier nicht irgendwelche Wohnungen entstehen sollen. Sozialer Wohnungsbau ist nicht nur im Interesse des Eigentümers, sondern auch im Interesse der Stadt. Denkmal schützen, Natur erhalten, Charme unterstreichen, Kosten optimieren - und das alles in gerade drei Monaten, denn Ende Juni ist Abgabe.

Diese Aufgabenstellung hat es für die Studenten in sich. Das sieht auch Rebecca, die sich als eine von 40 Studierenden für das Projekt entschieden hat. „Für uns ist es auch das erste Mal, dass wir eine solch‘ große Aufgabe alleine bewältigen müssen“, sagt sie. Natürlich werden die Studenten mit dieser letzten Aufgabe ihres Grundstudiums nicht alleine gelassen: Professor Anne Klasen-Habeney und Ulrich Eckey stehen mit ihren Fachbereichen Städtebau und Entwerfen mit Rat und Tat zur Seite.

„Vorne steht die Qualität des Denkmals, dann muss die Lebensqualität folgen“, erklärt Thomas Hübner vom Vorstand der Gewoge den Studenten. Hiermit meint er den rückwärtigen Anschluss des Grundstücks an die Kleingartenanlage Wiesental und die Wurm. Landschaft pur mitten im urbanen Nordviertel. Es gilt also eine Lösung zu finden, die auf sparsamer Fläche ausreichend Raum sowohl für Mehr- als auch Einfamilienhäuser bietet – und sich dabei den Ausblick auf stadtnahe Natur nicht verbaut.

Neben einer guten Abschlussnote belohnt die Sparkassen-Tochter S-Immo die besten Arbeiten mit einem ordentlichen Preisgeld: Neben einer Ausstellung der Arbeiten in der Sparkasse am Münsterplatz beträgt die Preisgeldsumme 2500 Euro und verteilt sich auf drei Gewinne und eventuelle Ankäufe. Am 3. Juli werden die Arbeiten dem Preisgericht präsentiert. Im September folgt dann die Preisverleihung.

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