Architektenwettbewerb: Am Klinikum wird unterirdisch operiert

Von: Jessica Jumpertz
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Teil unterirdisch, aber doch hell: Vom neuen Eingangbereich geht es auch hinunter in den neuen Zentral-OP unter der heutigen Bustrasse und dem Parkplatz. Darstellung: Planer
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Den Siegerentwurf für das 180-Millionen Projekt präsentierten am Freitag Martin Henn (Architekt), Klinikumsgeschäftsführer Peter Asché, Tom Banemann (Architekt), Vostandsvorsitzender Professor Thomas Ittel, Jochen König (Preisgerichtsvorsitz) und Andreas Baum (Architekt/von links). Foto: Andreas Herrmann

Aachen. 35 Operationssäle, 50 Betten auf der neuen Intensivstation, Lager- und Aufenthaltsräume – der Neubau des Zentral-OPs an der Aachener Uniklinik soll insgesamt eine Nutzfläche von rund 13.500 Quadratmetern haben. Die Uniklinik hatte im Vorfeld einen Architektenwettbewerb für den Neubau des Zentral-OPs ausgeschrieben.

Der erste Preis wurde jetzt der „ArGe Henn GmbH/C.F. MØller“ aus München und Kopenhagen einstimmig zugesprochen.

Im Rahmen des Medizinischen Modernisierungsprogramms des Landes NRW werden insgesamt 418 Millionen Euro bis 2020 in zwölf Bau- und Sanierungsprojekte des Uniklinik-Standorts Aachen investiert. Das Herzstück soll der neue Zentral-OP sein. 150 Millionen Euro machen das Bauvolumen des Projektes aus, 30 Millionen sind für die Ersteinrichtung angesetzt.

Das neue Gebäude soll unterirdisch gebaut werden. Dort, wo momentan noch die Bustrasse verläuft und Parkplätze liegen. Es wird sich damit in unmittelbarer Nähe zum Hubschrauberlandeplatz und in der Nähe des unter Denkmalschutz stehenden Bestandsgebäudes befinden.

Sicherheit, Effizienz und kurze Wege für Personal und Patienten sowie Funktionalität sind wichtige Faktoren, die in den Entwürfen berücksichtigt werden sollten. Der Gewinnerentwurf sieht einen neuen, oberirdischen Eingangsbereich vor, der einen direkten Übergang zum Bestandsgebäude und dem Neubau bildet. Das neue Gebäude würde an einigen Stellen mehrere unterirdische Etagen bieten. Lagerräume sowie Sozialräume wären dort genauso zu finden wie die neue Intensivstation und die Operationssäle.

Dabei bilden sowohl die Intensivstation als auch die Operationssäle einen kompakten Bereich, der den Mitarbeitern und Patienten kurze Wege ermöglicht. Um einen maximalen Tageslichteinfall zu erhalten, werden auf beiden Längsseiten des Baus Lichtgräben, Lichthöfe und Oberlichte für Helligkeit im Neubau sorgen. Oberirdisch ist ein Park geplant, der durch die Patienten der Uniklinik genutzt werden kann.

„Ganz wichtig war uns, Funktionalität realisieren zu können. Funktionalität bedeutet auch, dass wir modular hin und her wechseln können“, sagte Professor Dr. Thomas Ittel, Vorstandsvorsitzender und ärztlicher Direktor der Uniklinik. Deshalb sollen einige der Operationssäle so angelegt werden, dass in ihnen sowohl ambulante Eingriffe als auch Operationen, die zu stationären Aufenthalten führen, vorgenommen werden können. Dabei sollen die Operationssäle eine Größe von bis zu 90 Quadratmetern haben. Drei der großen Operationssäle sollen für sogenannte Hybrid-OPs genutzt werden – Operationen, die offene mit geschlossenen Verfahren kombinieren und in denen zum Beispiel auch automatisierte Technik verwendet wird.

Der neue Zentral-OP soll durch alle Fachbereiche genutzt werden, von den Hybrid-Operationssälen werden vor allem die Herz- und Gefäßchirurgie sowie die Viszeralchirurgie profitieren. Außerdem soll dadurch die Neurochirurgie unterstützt werden. „Wir sind in Aachen in diesem Bereich sehr spezialisiert und wollen das weiter ausbauen“, sagte Ittel.

Den zweiten Platz belegte „Hascher, Jehle Planen und Beraten“ aus Berlin, den dritten Platz „PL Architekten“ aus Aachen. Da das neue Gebäude dort entstehen soll, wo momentan noch Busse entlangfahren und Parkplätze zu finden sind, muss vor Baubeginn ein neues Parkhaus errichtet und der Verkehr neu gestaltet werden. „Diese Maßnahmen laufen alle parallel zu dem Bauvorhaben“, sagte Peter Asché, kaufmännischer Direktor der Uniklinik.

Die Entwürfe werden ab dem kommenden Montag bis Ende April vor dem Spiegelsaal in der Uniklinik ausgestellt.

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