Architekt pflanzt Penthouse auf Bunker

Von: Robert Esser
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Ein Schandfleck soll verschwinden: Der Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg soll innerhalb des kommenden Jahres in spektakuläre Architektur verwandelt werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das mausgraue Monument aus dem Zweiten Weltkrieg soll innerhalb des kommenden Jahres in spektakuläre Architektur verwandelt werden.

Wobei das steinerne Monstrum mit bis zu zwei Meter dicken Mauern - quasi als Rohbau - erhalten bleibt. Der Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss hat für den Verkauf des Bunkers an der Lütticher Straße an das Entwicklungsbüro von Architekt Günter Cortis votiert.

Und der plant Folgendes: „Im Erdgeschoss soll Ende 2011 eine Rewe-Markt auf 700 Quadratmetern einziehen. Die Verträge sind bereits unterschriftsreif”, sagt er. Im ersten und zweiten Obergeschoss sollen Büroräume entstehen. Doch der Clou des millionenschweren Projekts landet auf dem Dach des verwaisten Betonklotzes, der - etwas zurückgesetzt von der Lütticher Straße, unweit der Schanz - auf einem ziemlich heruntergekommenen 3800 Quadratmeter großen Grundstück steht. „Auf das Dach bauen wir mindestens zwei großzügige Penthouse-Wohnungen. Von dort hat man einen fantastischen Blick über die ganze Stadt und in die andere Richtung bis zum Aachener Wald”, schwärmt Cortis.

Dadurch wird sich das schäbige Erscheinungsbild des Weltkriegsreliktes völlig ändern. Cortis will riesige Fenster in die Bunkerwände schneiden, damit ausreichend Licht durch die meterdicken Betonwände in Innere fallen kann. „Die Penthouse-Wohnungen werden dem Passivhaus-Standard entsprechen; verlieren also zum Beispiel kaum Heizenergie”, erklärt er. „Für den Bunker-Körper darunter gilt das natürlich aufgrund der bombensicheren Wände sowieso.”

Schließlich soll auch noch der hässliche Beton an der Bunkerfassade verschwinden. Vorgesehen ist die Verkleidung der Außenwände mit Aluminium-Platten. Auch der „wilde Parkplatz” rund um den Bunker soll dann einer geordneten Version für den Supermarkt weichen. Zum Jahreswechsel werden die ersten Bagger und Handwerker nach Auskunft des Aachener Architekturbüros Cortis anrücken.

Im Jahr 1992 war bereits ein Bunker in der Kongressstraße zu einem Wohnhaus umgebaut worden. In den Bunkern Hackländerstraße, Junkerstraße, Saarstraße und Goffartstraße sind Proberäume für Bands und Konzertbühnen untergebracht. Anstelle des Bunkers Sandkaulstraße ist ein Hotelbau in Auge gefasst. Der Baubeginn ist hier allerdings noch völlig offen.

Unterdessen sind immer noch ein Handvoll Bunkeranlagen in der Kaiserstadt völlig ungenutzt - etwa in der Ludwigsallee, der Rütscherstraße und der Scheibenstraße. In Letzterem waren früher Zivilschutzräume für 1800 Menschen eingerichtet worden.
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