Archimedische Werkstatt: Hunderte bestaunen Maschine auf dem Katschhof

Von: Kathrin Albrecht
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Sandige Gaudi vor imposanter Kulisse: Die archimedische Werkstatt samt Sandkasten kam zwei Wochen lang super an. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Zwei Wochen lang haben sie entworfen, geschraubt, gelötet und ausprobiert. Für 26 Mädchen und Jungen zwischen zehn und 14 Jahren war die „Archimedische Werkstatt“, der 320 Quadratmeter große Sandkasten auf dem Katschhof, quasi das zweite Zuhause.

Gemeinsam mit dem Aachener Künstler Berthold Westhoff konstruierten die Kinder und Jugendlichen eine Maschine aus Recyclingmaterial.

Dafür verbauten sie buchstäblich alles, was ihnen in die Hände kam: Von der Gummibadeente über Akkuschrauber, Fahrräder und ausrangierte Backformen bis hin zu Schaufensterpuppen und „Waschmaschinenmotoren“, wie ein Zuschauer sagte und deutete dabei Richtung Maschine. Ein junges Paar begutachtete ebenfalls das Material: „Alles Schrott“, stellte sie fest. „ Ja, aber eine süße Idee“, ergänzte er.

Am frühen Samstagnachmittag wurde es dann ernst: Die Maschine stand vor der Inbetriebnahme. Dazu hatten sich einige hundert Neugierige um den Sandkasten versammelt, unter ihnen auch Eltern und Angehörige der jungen Nachwuchsingenieure, um den großen Moment mitzuerleben. „Ich habe ab und zu extra einen Umweg über den Katschhof eingelegt, um mir anzusehen, wie sich das hier entwickelt,“ erzählte eine Zuschauerin. Langsam wurden auch die Maschinenbauer nervös.

Zwar hatte es am Vortag eine Generalprobe gegeben, „aber so im Ganzen habe ich die Maschine noch nicht laufen gesehen,“ erzählt der junge Ben Aachens Stadtsprecher Bernd Büttgens. Dann war der Moment da: Die Besucher zählten den Countdown herunter, eine Hupe gab das akustische Signal, „Maschbauer“ Linus drückte den Knopf und es passierte – zunächst nicht viel. Doch dann setzte sich ein Teil nach dem anderen langsam in Bewegung: Der Teller mit den Schaufensterpuppen, das vierrädrige Fahrrad, der Akkuschrauber mit den Backformen – nur das Planetarium mussten die Kinder händisch antreiben. „Das ist zu viel filigrane Technik, das wollten wir nicht unter Strom setzen“, erklärte Westhoff. Begeistert klatschten die Zuschauer Beifall, alles war gut gegangen.

Gemeinsam mit der Bleiberger Fabrik hatte die Stadt Aachen die archimedische Werkstatt eingerichtet, um im Rahmen des „Future-Lab-Jahres“ die Wissenschaft in Aachen sichtbar zu machen, erläuterte Jutta Göricke vom Fachbereich Presse und Marketing. „Diese Werkstatt steht stellvertretend für alle MINT-Projekte an Aachener Schulen und soll Kindern die Möglichkeit geben, selbst zu erforschen, wie so eine Maschine funktioniert.“

Architektur- und Maschinenbaustudenten der RWTH begleiteten die Kinder und Jugendlichen als Betreuer: „Die Verbindung zwischen Kindern, Kunst und Technik war faszinierend. Es war toll, die Kinder zu begleiten“, resümierte Maschinenbaustudentin Jenny . Nadine Bergner vom Studiengang Informatik an der RWTH war begeistert vom bunten, kreativen Ergebnis. „Das ist genau das, was wir von unseren Studierenden auch fordern.“

„Am meisten Spaß gemacht hat mir das Entwerfen und zu sehen, wie die Maschine wächst“, erzählte Teilnehmerin Pia über ihre Erfahrungen in den zwei Wochen. Auch die Regentage zwischendurch hätten sie wenig beeindruckt. „Wir haben dann einfach in den Zelten geschaut, was wir noch machen können und haben gespielt.“

Der Sand wird weiter verwendet

Gut angenommen haben – nicht nur die kleinen – Aachener auch den Sandkasten. 140 Tonnen Sand hatten die Stadtbetriebe dafür aus Herzogenrath angekarrt. Das entsprechende Spielzeug zum Buddeln und Baggern steuerte die Stawag bei. „Es waren zwei schöne, entspannte und friedliche Wochen“, lautete das Fazit von Jutta Göricke. Heute beginnt der Abbau des Sandkastens. Der Sand wird dabei gewissermaßen recycelt und auf anderen Spielplätzen der Stadt genutzt.

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