Archäologen stoßen vor St. Leonhard auf Spuren eines alten Palais

Von: tka
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Mauern im Untergrund: Unter dem Vorplatz des Erweiterungsbaus an St. Leonhard werden immer wieder Zeugnisse eines barocken Stadtpalais freigelegt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die neue Mensa des Gymnasiums St. Leonhard thront über einem barocken Stadtpalais. Die Ausmaße dieses Palais „Goldstein” aus dem Jahr 1659, der wohl bis zum Zweiten Weltkrieg stand, werden nun auf dem Vorplatz immer deutlicher.

Während die Mensa im Erweiterungsbau der Schule auf dem ehemaligen „Brot Schneider”-Parkplatz längst die Arbeit aufgenommen hat, bleibt der Vorplatz eine Baustelle. Denn hier werden noch geeignete Standorte für Bäume gesucht. Das Problem: Wo immer der Blick in den Boden geworfen wird, treffen die Archäologen der Dürener Firma Goldschmidt auf Historisches.

Und so ist nun unmittelbar an der Jesuitenstraße ein prächtig erhaltenes Stück Boden freigelegt worden. „Wir finden immer wieder Reste des Gebäudes. Der Bereich wird von uns umfangreich dokumentiert”, erklärt Stadtarchäologe Andreas Schaub. Auch ältere Bausub-stanz ist schon ans Licht gekommen. Etwa mittelalterlicher Bruchstein. „Hier stehen wir aber erst am Anfang der Auswertung”, erläutert Schaub.

Rund 3,6 Millionen Euro hat der Erweiterungsbau des Innenstadtgymnasiums nach Entwürfen des Aachener Büros „pbs architekten” gekostet. Spektakulär ist er, weil das Haus die Fassade der Michaelskirche spiegelt. Abgeschlossen ist das gesamte Projekt aber erst, wenn auch der 3300 Quadratmeter große Vorplatz fertig gestellt ist und die Prinzenhofstraße Richtung Kleinmarschierstraße verlegt wurde.

Geplant ist es, an der Jesuitenstraße Hainbuchen und Robinien zu pflanzen. Wenn die geeigneten Standorte gefunden sind. Denn das Stadtpalais im Untergrund ist durchaus schützenswert. „Wir haben es geschafft, trotz der Baumaßnahme 90 Prozent des Bestandes im Boden zu erhalten”, erklärt Schaub. Und die gravierendsten Eingriffe sind längst abgeschlossen, die Arbeiten an der Jesuitenstraße biegen auf die Zielgerade ein.

Ursprünglich war an dieser Stelle im Rahmen der Route Charlemagne der sogenannte Euregiopark geplant worden - eine Konstruktion mit Amphitheater und Großleinwand. Doch dieser ließ sich - auch mit Blick auf die notwendige Erweiterung des Gymnasiums - letztlich nicht realisieren. Ein schmucker Vorplatz über den barocken Böden soll es an St. Leonhard am Ende aber dennoch werden.
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