Arbeitskreis Christlicher Kirchen feiert 40-jähriges Bestehen

Von: David Grzeschik
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Passender musikalischer Rahmen: Der Arbeitskreis Christlicher Kirchen in Aachen feierte in der Citykirche sein 40-jähriges Bestehen. Die Ökumene bleibt auch in Zukunft ein großes Thema. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Den Anderen nicht übergehen, den Mut haben, Neues auszuprobieren und bei allen Unterschieden stets das Gemeinsame betonen: Es sind nur drei von vielen Faktoren, mit denen sich das erfolgreiche Wirken des „Arbeitskreises Christlicher Kirchen“ in Aachen (kurz: ACK) zusammenfassen ließe.

Jetzt feierte der ACK runden Geburtstag: Gegründet am 15. Oktober 1976, besteht der Arbeitskreis seit nunmehr 40 Jahren. Rund 100 Personen hatten ihren Weg zu einem Festakt in die Citykirche St. Nikolaus gefunden, darunter zahlreiche Vertreter verschiedener christlicher Kirchen.

Durch den Abend führte Andreas Mauritz, Pfarrer von St. Jakob und zugleich Vorsitzender des ACK. Insgesamt sieben Mitglieder und zwei weitere Gemeinden mit Gaststatus gehören dem ACK an. Dabei sind unter Mitgliedern keine einzelnen Personen zu verstehen. Vielmehr handelt es sich um kirchliche Gemeinschaften, die im Arbeitsausschuss von hauptamtlichen Geistlichen sowie Laien vertreten werden.

Kernstück des Abends war der Festvortrag von Professorin Dorothea Sattler, Direktorin des Ökumenischen Instituts der Universität Münster. Sie gliederte ihre Rede, die sie unter dem Titel „Ökumenisch weitergehen“ hielt, in drei Teile. Zunächst nahm sie die eine oder andere zeitliche Einordnung vor, bevor sie über Etappen und Perspektiven in der Ökumene sprach.

Man mache sich unglaubwürdig, wenn man an einen zur Versöhnung bereiten Gott glaube, gleichzeitig aber nicht untereinander versöhnt sei, betonte die Professorin. Zugleich machte sie deutlich, wo der Graben zwischen Katholiken und Protestanten liege. „Das Kirchenverständnis und die Ämterlehre trennen die beiden Kirchen voneinander“, so Sattler. In der Abendmahlfeier und Eucharistie sei es weit weniger Herausforderung, auf einen gemeinsamen Nenner zu gelangen.

Die vielleicht lebhafteste Ansprache des Abends kam von Pfarrer Armin Drack, der an der evangelischen Annakirche tätig ist. „Wir wollen nicht nur, sondern wir werden gemeinsam weitergehen“, versicherte Drack. Dabei verwies er auf die Errungenschaften der vergangenen Jahre und betonte, dass diese alles andere als selbstverständlich seien. Große Worte auch von Andreas Reichert, der beim Festakt für die Freikirchen ans Rednerpult ging. Er ließ deutlich werden, wie sehr er sich in seiner Zeit beim ACK noch eine gemeinsame Abendmahlfeier wünscht – und erntete für diese Äußerung mit den größten Applaus des Abends.

Ob es in absehbarer Zukunft so weit kommt, konnten die Redner beim Festakt selbstverständlich nicht beantworten. Dennoch richten sie den Blick in die Zukunft, in der zahlreiche vom ACK initiierte Veranstaltungen anstehen.

„Perspektiven aufgezeigt“

Da wäre zum einen das Weihnachtssingen im Tivoli, das am Sonntag, 18. Dezember über die Bühne geht. Zum anderen plant man einen Taufgedächtnisgottesdienst im Juni 2017. Schon während der Heiligtumsfahrt 2014 hatte man erstmalig auf dieses Format gesetzt. Genau diese Aktionen sind es, die den ACK in Aachen von vergleichbaren Ausschüssen in anderen Orten abheben.

Weihbischof Karl Reger zeigte sich am Ende des Abends sichtlich zufrieden und lobte insbesondere die Rede von Professorin Dorothea Sattler. „Sie hat vieles sehr hintergründig erklärt und gleichzeitig Perspektiven für die Zukunft aufgezeigt.“ Auf einen positiven Blick vertraut auch Dompropst Manfred von Holtum: „Ich glaube, dass wir mehr können, als wir tun.“ 40 Jahre sei eine Zahl, die von „guter Kontinuität“ zeuge und – ganz nebenbei bemerkt – in mehreren Hinsichten einen biblischen Bezug besitze. Die gewachsene Ökumene, die sich hiermit ausdrückt, sei signifikant für Aachen. Und von Holtum ist sich sicher, dass unter dem neuen Bischof des Bistums, Dr. Helmut Dieser, dieser Gedanke fortgesetzt werden kann.

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