Aachen - Arbeitgeber: DGB protestiert gegen sich selbst

Arbeitgeber: DGB protestiert gegen sich selbst

Von: mh
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Wehren sich gegen die aktuelle Kritik am „Faktor Zeitarbeit”: Marcel Pelzer, Direktor für Arbeitsmarktpolitik bei der Manpower GmbH (l.), und Zaquensis-Geschäftsführer Roger Lothmann. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit” - der Slogan wird am Donnerstag rund um die Werkstore der Region besonders deutlich vernehmbar sein.

Die Gewerkschaften machen Front gegen die aus ihrer Sicht längst ausufernde Praxis der Zeitarbeit. Was von Arbeitgeberseite schon im Vorfeld mit völligem Unverständnis quittiert wird - nicht nur, aber natürlich auch bei den „Personaldienstleistern” selbst.

Denn: Die Rechnung, welche die Arbeitnehmervertreter in Sachen „equal pay” aufgemacht hätten, gehe schlicht nicht auf, argumentiert Hans Mayer-Uellner, Hauptgeschäftsführer der Vereinigten Unternehmerverbände Aachen.

Mehr noch: Im Prinzip protestiere der DGB beim Aktionstag gar gegen sich selbst. Die Mehrzahl der Tarifverträge in der Zeitarbeits-Branche trage schließlich die Unterschrift der DGB-Gewerkschaften. Mayer-Uellner: „Heute stehen vor den Werktoren dieselben Gewerkschaften, die noch gestern die Vergütung der Zeitarbeitnehmer ausgehandelt haben.”

Das bekräftigen Marcel Pelzer, Direktor für Arbeitsmarktpolitik bei Manpower Deutschland, und Roger Lothmann, Geschäftsführender Gesellschafter von Zaquensis. Die beiden Aachener haben die Entwicklung in Sachen Zeitarbeit in den vergangenen Jahren naturgemäß intensiv mit gestaltet. „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Politik auf Bundesebene jetzt einen Mindestlohn von 7,59 Euro auf den Weg gebracht hat”, betont Pelzer.

„Denn damit ist die Gefahr, dass die Löhne auf diesem Sektor durch osteuropäische Anbieter massiv unterboten werden, gebannt.” Von Lohndumping auf dem bundesdeutschen Markt könne ohnedies keine Rede sein: „Wir haben längst verbindliche Tarifverträge mit den Gewerkschaften abgeschlossen; ab Mai liegt der Mindestlohn in der westdeutschen Zeitarbeitsbranche damit faktisch bereits sogar bereits bei 7,79 Euro.”

Eine - möglichst sofortige - Angleichung der Bezahlung auf dem Niveau der Stammbelegschaften sei allemal kontraproduktiv: „Die Verlierer wären gerade die Geringbeschäftigten, die in den Zeitarbeitsfirmen heute noch vielfach einen sicheren Arbeitsplatz haben - und zudem gerade von uns in zunehmendem Maße weiterqualifiziert werden.”
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