Arbeit für guten Zweck macht das Leben bunter

Von: Leon Heckmann
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Bringen nach vielen Jahren endlich Farbe in die Räume des Behindertenwohnheimes an der Stettiner Straße: Laura, Beste, Ali und Jordano (von vorne). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Vier junge Menschen, drei Nationalitäten, ein gemeinsames Projekt: Im Rahmen eines Baucamps des Internationalen Bauordens wird zurzeit das Behinderten-Wohnzentrum Aachen (BWZ) Stettiner Straße auf Vordermann gebracht.

Vier ehrenamtliche Helfer aus der Türkei, Brasilien und Kolumbien sind für zwei Wochen in dem in die Jahre gekommenen Behindertenwohnheim fleißig. Alle Flure in dem mehrstöckigen, behindertengerechten Bau sollen renoviert und gestrichen werden.

Für das vom gemeinnützigen Verein zur Selbsthilfe Körperbehinderter betriebene Wohnheim sei die ehrenamtliche Hilfe des Bauordens ein wahrer Segen, erzählt BWZ-Leiter Hugo Hamacher: „Die Flure hier wurden seit 37 Jahren nicht mehr renoviert.“ Die als sozialer Wohnungsbau betriebene Einrichtung für rund 50 körperbehinderte Menschen sei inzwischen an zahlreichen Stellen renovierungsbedürftig, für eine vollständige Restaurierung fehle schlichtweg das Geld. Daher wandte sich Hamacher zu Beginn dieses Jahres an den Internationalen Bauorden, einen gemeinnützigen Verein der seit über 60 Jahren Baucamps zur Unterstützung von sozialen Einrichtungen in Europa organisiert.

Bereits seit vielen Jahren beim Bauorden aktiv ist Martin Feinendegen, Oberingenieur am Lehrstuhl für Geotechnik im Bauwesen an der RWTH Aachen. Der Bauingenieur absolvierte sein erstes Baucamp bereits vor dem eigenen Studium und hat als Vorstandsmitglied des Ordens in den vergangenen Jahren bereits mehrere Projekte in der Region Aachen mit organisiert. Die jungen Menschen arbeiten, essen und schlafen gemeinsam in der jeweiligen Einrichtung, auch die Freizeit nach Feierabend und am Wochenende wird zusammen gestaltet. Dadurch werde nicht nur der persönliche Horizont der Freiwilligen erweitert, die Baucamps seien auch eine hervorragende Möglichkeit Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern und neue Freundschaften zu schließen, betont Feinendegen.

Für Ali und Beste aus der Türkei (beide 21), Laura aus Kolumbien (21) und Jordano aus Brasilien (26) ist es das erste Baucamp, einige der Studenten nutzen die Semesterferien um gleich zwei Monate lang verschiedene Projekte des Ordens in Deutschland zu unterstützen. Die Beweggründe der Ehrenamtler für die Teilnahme am Baucamp in Aachen-Brand sind unterschiedlich: Familienbesuch von Verwandten in Aachen, soziales Engagement, Verbessern der Deutschkenntnisse oder auch für ein studienvorbereitendes Praktikum in Deutschland.

„Die gemeinsame Arbeit macht Spaß, wir haben bereits viel über die hiesigen Sitten und Gebräuche gelernt und auch schon ein wenig die Region erkundet“, erzählen die internationalen Teilnehmer. In Zukunft wolle er auf jeden Fall noch an weiteren Camps des Bauorden teilnehmen, sagt Jordano: „Hier können wir helfen und dabei selber etwas lernen.“

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