Aachen - Aquis Plaza: „Times“ beklagt Kundenflaute

Aquis Plaza: „Times“ beklagt Kundenflaute

Von: Robert Esser
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Zeit abgelaufen: Das große Restaurant „Times“ im Aquis Plaza ist geschlossen – zu wenig Kundschaft. Foto: Michael Jaspers
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Zeit abgelaufen: Das große Restaurant „Times“ im Aquis Plaza ist geschlossen – zu wenig Kundschaft. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Für das Restaurant „Times“ hat das letzte Stündlein geschlagen. Damit ist eine der größten Gastronomieflächen im gerade einmal 14 Monate alten Einkaufszentrum Aquis Plaza am Kaiserplatz dicht.

„Für uns kam die Schließung auf rund 450 Quadratmetern nun zuletzt überraschend“, erklärt Center-Managerin Kathrin Landsmann am Donnerstag auf Anfrage der Aachener Zeitung. „Wir führen Gespräche. Wie es mit der Gastronomiefläche weitergeht, können wir derzeit noch nicht sagen – das braucht sicherlich noch etwas Zeit“, sagt sie.

Höchste Zeit für die Schließung sei es eigentlich schon Ende vergangenen Jahres gewesen, betont unterdessen Restaurant-Betreiber Hidir Özgüler. Der erfahrene Gastronom betreibt unter anderem das „White House“ im Partyviertel Pontstraße.

„Man hat uns im Aquis Plaza viel mehr Kundschaft versprochen als letztlich tatsächlich zu uns gekommen ist“, kritisiert Özgüler das Center-Management. „Das Aquis Plaza sieht zwar oft voll aus. Viele Besucher hängen da aber nur herum und sind eigentlich gar keine Kunden, die auch etwas einkaufen oder verspeisen“, sagt der Geschäftsmann.

Ende Oktober 2015 hatte Özgüler die exponierte Geschäftsfläche am Eingang zum Kaiserplatz mit hohem Aufwand in ein stilvolles Restaurant verwandelt – eines der wenigen mit Tisch-Service im Selbstbedienungs-Tempel. Mit Frühstücksbuffets, Mittagsbuffet und Sonntagsbrunch warb das „Times“ dann bis zum Schluss um Kundschaft.

„Doch die Umsätze konnten die Unkosten nicht einspielen. Hier ist einfach nicht das richtige Publikum für ein Qualitäts-Restaurant zu finden“, erklärt Özgüler. Zum Jahresbeginn zog er die Notbremse – zumal die Umsätze nach dem Weihnachtsgeschäft generell im Januar sinken. „Die Mieten waren zu hoch, die Nebenkosten auch – das rechnet sich einfach nicht“, stellt der Gastronom fest.

Center-Managerin Landsmann weist darauf hin, dass vor 14 Monaten auf einen Schlag immerhin 130 Geschäfte auf 29.000 Quadratmetern im Aquis Plaza eröffnet haben. „Viele machen hervorragende Umsätze, viele Filialisten liegen in ihrem kalkulierten Durchschnitt – und einige bleiben eben unter den Erwartungen“, sagt sie. Dies sei bei einem Einkaufszentrum dieser Größenordnung völlig normal. „Man muss eben schauen, dass man das richtige Angebot für das Publikum hat, das hier unterwegs ist. Das muss passen – sonst klappt es nicht“, erklärt Landsmann.

Man zähle durchschnittlich über 25.000 Besucher pro Tag, 64 Prozent davon zwischen 16 und 39 Jahre alt. „Damit übertreffen wir unsere eigene Zielmarke“, stellt die Center-Managerin fest. Offenbar habe aber vor allem auf dem Gastronomie-Sektor ein Wandel stattgefunden: weg vom klassischen Restaurant, hin zu Fast Food und Selbstbedienung.

Dass gerade vom Kaiserplatz zu wenig Kundschaft ins Aquis Plaza strömt, sei ausgeschlossen. 45 Prozent der Besucher des Einkaufszentrums betreten den 290 Millionen Euro teuren Komplex nach Analysen des Center-Betreibers ECE von dieser Seite, 55 Prozent kommen durch den zweiten Haupteingang am Willy-Brandt-Platz.

„Times“-Restaurantchef Özgüler glaubt aber, es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch für andere unzufriedene Geschäftsinhaber die Zeit im Aquis Plaza abläuft.

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