Aachen - „Aquis Plaza“: Osterhasen in der Vorweihnachtszeit

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„Aquis Plaza“: Osterhasen in der Vorweihnachtszeit

Von: os
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Demonstrierten für „faire Arbeit“: Der IG Bau-Bezirksvorsitzende Friedrich Feldmann und seine Kollegen informierten an der Großbaustelle fürs „Aquis Plaza“ Bauarbeiter über den Mindestlohn. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Vor der Großbaustelle fürs Shopping-Center „Aquis Plaza“ wurden Mittwochmittag Schokoladenosterhasen an die Bauarbeiter verteilt – kein Fauxpas, sondern ein Fingerzeig: Mitglieder der IG Bauen-Agrar-Umwelt wollten mit der falschen Süßigkeit darauf hinweisen, dass etwas falsch läuft in der Branche.

„Faire Arbeit – Jetzt!“ hieß die Aktion, mit der die Gewerkschaft sich unter anderem gegen die vielen befristeten Jobs in der Baubranche und gegen Winterkündigungen wandte.

Vor allem aber wollte man die Kollegen auf der riesigen Baustelle, auf der laut IG Bau in Spitzenzeiten bis zu 200 Bauarbeiter beschäftigt sind, über die neuen Mindestlöhne informieren, die ab Januar gelten. Insbesondere hatte man dabei die „vielen ausländischen Kollegen im Blick, die das vielleicht gar nicht wissen“, so der Vorsitzende des hiesigen IG Bau-Bezirks, Friedrich Feldmann.

Die Info-Aktion sei auch deshalb notwendig, weil in der Baubranche nicht der absolute Mindestlohn von 8,50 Euro gelte. Ab Januar dürfe auf einer Aachener Baustelle kein Bauarbeiter weniger als 11,15 Euro pro Stunde verdienen, Fachkräfte müssten sogar mindestens 14,20 Euro pro Stunde bekommen, rechnet der IG Bau-Sekretär Thomas Krumscheid vor und sagt: „Wir wollen verhindern, dass den Leuten hier nur der gesetzliche Mindestlohn untergejubelt wird.“

Konkrete Beweise dafür, dass auf der Großbaustelle am Aachener Kaiserplatz Bauarbeiter zu Dumpinglöhnen beschäftigt wurden oder werden, hat die IG Bau indes nicht. Es habe zwar einzelne Fälle gegeben, in den das vom Generalunternehmer ordentlich überwiesene Gehalt über den Subunternehmer nicht beim Arbeiter angekommen sei, sagt Krumscheid. Aber mehrere Überprüfungen des Zolls hätten auf der Baustelle „keine besonderen Auffälligkeiten“ ergeben, ergänzt sein Kollege Feldmann.

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