Aachen - „Aquis Granus 4“ setzt Segel in England

„Aquis Granus 4“ setzt Segel in England

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Aachen. 2001 gewann der Niederländer Piet Vroon mit seiner Carbon-Yacht Tonnere de Breskens, einer Lutra 52, das weltberühmte Fastnet Race in Südengland. Heute heißt das Schiff Aquis Granus 4 und gehört dem Akademischen Seglerverein der RWTH Aachen (ASV).

Ab Sonntag startet das traditionsreiche Langstreckenrennen über 608 Seemeilen (1126 Kilometer) wieder. Es folgt auf des Großevent Cowes Week, bei dem sich dieses Jahr über 1000 Schiffe und 8500 Aktive über kurze und mittlere Distanzen im südenglischen Solent und rund um die Isle of Wight messen. Alles, was im Segeln Rang und Namen hat, ist hier anzutreffen. Mittendrin: die studentischen Segler vom ASV.

Nach den täglichen Rennen der Cowes Week, an denen die Aquis Granus ebenfalls beteiligt war, wird die Crew aufgrund der anderen Anforderungen eines Langstreckenrennens, fast vollständig ausgewechselt. Vom südenglischen Cowes geht die Regatta durch den Ärmelkanal Richtung Westen in die Keltische See, Wendemarke ist der Fastnet Rock vor der irischen Südküste. Von dort geht es zurück in den englischen Kanal bis nach Plymouth.

In der kurzen Zeit, die vor Beginn des Rennens bleibt, steht die Aachener Besatzung vor einer logistischen Meisterleistung: Um möglichst schnell unterwegs zu sein, muss jeder unnötige Ballast von Bord. Er tritt die Route von Cowes nach Plymoth im Anhänger über den Landweg an. Das persönliche Gepäck der 14-köpfigen Crew beschränkt sich während des, je nach Wetterbedingungen, zwei bis vier Tage dauernden Rennens auf eine Zahnbürste und Unterwäsche. Auf dem Speiseplan steht hauptsächlich gefriergetrocknete Trekking-Nahrung.

Seit der tragischen Katastrophe von 1979 bestehen für die Regatta besondere Teilnahmebedingungen. Damals waren wegen eines zu spät angesagten Orkans über 75 Yachten gekentert. 18 Menschen ertranken. Das Unglück gilt als das größte im Yachtsport überhaupt. Die Aachener haben sich über den Budweiser Cup von Helgoland nach Edinburgh qualifiziert, bei dem sie einen starken zweiten Platz belegten.

Außerdem sind Nachweise über Erste-Hilfe- und Sicherheitstrainings zu erbringen und hohe Anforderungen an die Sicherheitsausrüstung zu erfüllen. Für die professionellen Crews, die beim Fastnet Race mitsegeln, stellt Letzteres kein Problem dar, denn in ihrem Umfeld spielt Geld meist eine untergeordnete Rolle. Beim ASV wird hingegen jede Anschaffung drei Mal diskutiert, denn der Verein finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge, Sponsoring und Spenden sowie Segelausbildung.

Nur durch geballte Eigenleistung ist es den Studenten möglich, ein Schiff wie die Aquis Granus zu unterhalten. Mit ihren 20 Jahren tritt sie noch in der IRC Zero, der schnellsten Klasse, an. Über zehn Monate dauerte die gesamte Vorbereitung. Umso mehr freut man sich auf das Rennen. „Allein die Qualifikation und Teilnahme sind für uns ein großer Erfolg. Wir haben lange nicht die Möglichkeiten unserer Konkurrenz, aber unser Potenzial wollen wir voll ausnutzen“, sagt Co-Skipper Rolf-Hendrik Wittenberg.

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