Apotheken: Keine Rendite, keine Nachfolger

Von: Thorsten Karbach
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Vier Apotheken schließen: Kreisvertrauensapothekerin Gabriele Neumann weiß, warum es keine Nachfolger gibt. Es gebe keine Rendite mehr. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Eine Apotheke ist keine Goldgrube. Auch nicht am Aachener Markt. Und so sagt Gabriele Neumann von der Karls-Apotheke, Markt 43, mit sorgenvoller Stimme: „Auch bei mir ist es richtig eng geworden.“

Die Kreisvertrauensapothekerin weiß, dass es vielen der 76 Apotheken in Aachen ähnlich geht. Und für vier gibt es keine Zukunft mehr. Alfons-, Marien-, Paracelsus- und Viktoria-Apotheke schließen zum Jahresende. Eine fünfte Apotheke stand vor dem Aus, wird erst einmal weitergeführt. Wie lange noch, kann auch die Kreisvertrauensapothekerin Neumann nicht sagen. Sehr bestimmt sagt sie aber: „So geht es nicht weiter.“

Die vier Fälle ähneln sich durchaus. Apotheker gehen in den Ruhestand, Verträge laufen aus und vor allem: Nachfolger fehlen. „Es gibt keine Rendite mehr. Da ist es normal, dass es schwierig ist, Nachfolger zu finden“, sagt Neumann. Zuletzt waren die Apotheker in Aachen sogar auf die Straße gegangen, um auf ihre Misere aufmerksam zu machen (wir berichteten).

Es geht natürlich um Geld. 8,10 Euro erhalten Apotheker pro Packung verschreibungspflichtiger Medikamente, müssen davon aber 2,05 Euro an die Krankenkassen abgeben. Egal ist dabei auch, wie viel ein Medikament letztlich kostet. „Und seit zehn Jahren hat sich daran nichts geändert“, moniert Neumann.

„Absoluter Handlungsbedarf“

Die Honorare sollen zwar ansteigen, aber höhere Strom-, Gas-, Wasser- und Personalkosten, dazu aufwändige Rabattverträge zwischen Herstellern und Krankenkassen machen den Apothekern das Leben schwer. „Es besteht absoluter Handlungsbedarf“, fordert die Kreisvertrauensapothekerin. „Wir wollen uns keine Goldbarren hinlegen, wir wollen lediglich eine gerechte Vergütung.“

Mit 72 fortbestehenden Apotheken steht Aachen zwar weiterhin für eine gute Versorgung. Doch Neumann fürchtet, dass mangels Nachwuchs weitere schließen werden. Noch schlimmer zeichnet sich das Bild dabei auf dem Land ab: In Monschau-Simmerath schließen zwei von acht Apotheken . . .

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