Aachen - Apollo: „Kino zum Anfassen“ als Erfolgsrezept

Apollo: „Kino zum Anfassen“ als Erfolgsrezept

Von: Peter Schopp
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Sind mit dem Apollo Kino in der Erfolgsspur: von links Walter Render, Simon Kluge und Hans-Peter Coenen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Filmkritiken sind natürlich wichtig, wenn es um Besucherzahlen geht. Da sind sich die Geschäftsführer des Apollo-Kinos, Hans-Peter Coenen und Walter Render sowie ihr Theaterleiter Simon Kluge einig. Doch das ist nicht ihr eigentlicher Ansatz. Grundsätzlich beurteilen sie die Filme selber, die über die eigenen Leinwände flimmern.

„Da sind dann auch schon einmal sperrige Themen dabei“, weiß Render, und Coenen fügt hinzu: „Dann schaffen wir über die Anzahl der Vorführungen ein Regulativ. Wir haben immer das Große und Ganze unseres Hauses im Auge“.

Das beinhaltet dann auch schon einmal die Querfinanzierung der unbekannteren Filme durch Tanzevents und Clubveranstaltungen. Der ganzheitliche Anspruch ist den Dreien wichtig, sie haben keine Lust auf Mainstream. „Bei uns werden viele Besucher tatsächlich noch beraten, welchen Film sie sich anschauen sollten. Auch telefonisch geben wir gerne Auskunft, unsere Mitarbeiter sind alle im Thema“, stellt Kluge den individuellen Charakter eines Apollo-Besuchs ins Schaufenster.

Die Cineasten haben den richtigen Kurs eingeschlagen. Das wird belegt durch einige schöne Auszeichnungen, die das Apollo für 2015 einheimsen konnte. Ganz aktuell ist zudem da der Preis der Film- und Medienstiftung NRW (Platz 6) für das herausragende Programm des vergangenen Jahres.

Ferner gab es Preise durch das Bundesministerium für Kultur und Medien für das Jahresprogramm 2015 im Allgemeinen und das Dokumentarfilmprogramm im Speziellen, außerdem durch das Media-Programm der EU für die Vielfalt an europäischen Filmen, für Initiativen, ein „Junges Publikum“ betreffend sowie für die Anzahl der im Programm vertretenen europäischen Nationalitäten.

Herzblut entscheidend

Natürlich erfahren Filme, die bei den großen Festivals Auszeichnungen erhalten, eine größere Aufmerksamkeit. Doch das ist nicht immer zwingend mit einem Kassenerfolg und entsprechenden Einnahmen verbunden. Herzblut der Betreiber ist Grundlage einer mehr als 30-jährigen Partnerschaft, die über Movie (Kaiserplatz) und Diana (Burtscheid) schließlich im Apollo in der Pont-straße ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Das Konzept hieß dereinst noch Programmkino, heute lautet der Oberbegriff „Arthouse“.

Das Ziel bleibt dasselbe: Menschen zu den verschiedensten Themen gemeinsam ins Kino und anschließend ins Gespräch zu bringen. Dabei helfen Diskussionen mit Regisseuren und Schauspielern ebenso wie Expertenvorträge zu einzelnen Bereichen. Kino zum Anfassen. „Unsere Zielgruppe ist dabei eher etwas reifer“, schmunzelt Coenen selbstironisch. Und Render unterstreicht den Gedanken: „Natürlich sind die ganz jungen Besucher eher an den Blockbustern interessiert. Das Nachdenken beginnt mit etwas mehr Lebenserfahrung“, weiß auch er um die Bedürfnisse der Besucher.

Die Drei sind mit ihrem Schaffen sehr zufrieden. Das Aachener Kinopublikum schätzen sie als anspruchsvoll ein. Man wünsche sich aber, dass sich die Menschen mehr auf unbekannte Filme einließen, mehr Mut zu fremden Themen zeigten. „Das Apollo hat die Qualität“, sind sie überzeugt. Der neue Film von Jim Jarmusch, „Paterson“, soll das wieder unter Beweis stellen.

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