Anwohner wollen ihre Ampeln behalten

Von: Oliver Schmetz
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Die Haltestelle verlegt, die Ampel eventuell ganz weg? Dagegen wehren sich Günter Hülsen, Klaus Schumacher, Volker Leibenguth (von links) und andere Anwohner der Lütticher Straße. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Wenn die Bagger oben an der Schanz mit dem Boxgraben fertig sind, werden sie stadtauswärts abbiegen und sich die Lütticher Straße vornehmen.

Die dringend nötige Sanierung des maroden Asphalts der Ausfallstraße soll dann mit einer Umgestaltung kombiniert werden. Das wird zwar frühestens in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres geschehen, sorgt aber vor Ort jetzt schon für Aufregung. Manche Anwohner fürchten um ihre Parkplätze, aber auch um die Sicherheit an der viel befahrenen Straße. Denn eine Planvariante sieht den Abbau zweier Fußgängerampeln vor.

Einige Anlieger haben sich jetzt zu einer Bürgerinitiative zusammengefunden, die eine Sorge eint: „Wir hegen den begründeten Verdacht und die Angst, dass eine seit über zehn Jahren gut funktionierende und unfallfrei gebliebene Verkehrslandschaft kaputt gemacht werden soll”, sagen Klaus Schumacher, Günter Hülsen und Volker Leibenguth, die sich mit etwa 20 weiteren Anwohnern zu einer ersten Versammlung trafen.

Kritik üben die Bürger insbesondere an Überlegungen, die Bushaltestellen „Franziskuskrankenhaus” knapp 100 Meter stadtauswärts zu versetzen und die beiden Fußgängerampeln am Jüdischen Friedhof und an der Sanatoriumsstraße abzubauen. Letzteres sieht einer der Vorentwürfe vor, die im Januar von der Stadtverwaltung auf einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt wurden.

„Hier herrscht viel Verkehr, da sind die Ampeln notwendig”, sagt Günter Hülsen und verweist auf täglich hunderte von Schüler vom Couven-Gymnasium, die die Signalanlage gleich vor ihrem Schultor in Höhe der Sanatoriumsstraße nutzten. Und auch die Ampel am Jüdischen Friedhof werde viel frequentiert: „Dort befinden sich Seniorenwohnungen und ein Kindergarten in direkter Nähe.”

Axel Costard vom städtischen Pressebüro betont derweil, dass es sich bei der umstrittenen Ampel-Abschaffung „nur um Überlegungen” handele: „Das ist eine von mehreren Varianten, und die Ampeln sollen auch nicht einfach so wegfallen, sondern durch Verkehrsinseln oder andere Querungshilfen ersetzt werden.” Vor der nächsten politischen Beratung werde die Verwaltung eine Vorlage erarbeiten, in der man Kritik und Anregungen der Bürger berücksichtigen werde. Da müsste dann noch einiges mehr beachtet werden.

Denn die Bürgerinitiative kritisiert an der 2,9-Millionen-Euro-Maßnahme auch die Versetzung der Bushaltestellen „an Orte, wo viel weniger Platz ist”, die geplante Verlegung der Radwege auf die Fahrbahnen - und nicht zuletzt den Verlust von Parkraum. Zwar hatten die Planer bei der ersten Beratung im Verkehrsausschuss beteuert, man bemühe sich, die Stellplätze zu erhalten. Doch ist ein Minus nicht unwahrscheinlich: In den drei Planvarianten schwankt die Zahl der Parkplätze zwischen 60 und 100.
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