Antonio Weinitschke: Bewegte Wellen im Hollywood-Style

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Lockerer Plausch im Friseur-Salon: Franz-Josef Antwerpes (links) im Gespräch mit dem Obermeister der Friseur-Innung, Antonio Weinitschke. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Franz-Josef Antwerpes war von 1978 bis 1999 Regierungspräsident in Köln. Für unsere Zeitung trifft er in lockerer Folge bekannte und interessante Persönlichkeiten zum Gespräch. Zum Beispiel Antonio Weinitschke, seit 2012 Oberbürgermeister der Friseur-Innung.

Ihrem Namen nach sind Sie nicht einheimisch. Wo her stammen Sie?

Weinitschke: Meine Frau und ich kommen aus der ehemaligen DDR. Wir haben den Ausreiseantrag kurz vor der Wende gestellt und er ist dann nach der Wende aber noch von der damaligen Administration gleich genehmigt worden.

Sie haben doch nicht gleich in Aachen mit dem Obermeister angefangen?

Weinitschke: Nein, ich habe zunächst bei einem anderen Friseur gearbeitet, meine Meisterprüfung gemacht und bin seit 1993 selbstständig.

Seit wann sind Sie Obermeister der Friseur-Innung?

Weinitschke: Seit 2012.

Hatten Sie einen Konkurrenten?

Weinitschke: Nein.

Ist die Aachener Friseurinnung mit der Städteregion zusammengelegt?

Weinitschke: Nein, die Friseure und eine weitere Innung sind noch auf Aachen konzentriert. Alle anderen sind inzwischen in der Städteregion zusammengeschlossen.

Wie viele Mitglieder hat die Innung?

Weinitschke: 51.

Und außerhalb der Innung?

Weinitschke: Wir haben noch wie vor ca 300 Friseure in Aachen.

Ist das eine echte Konkurrenz?

Weinitschke: Nein, die sind nur nicht organisiert.

Welche Preise nehmen die anderen Friseure?

Weinitschke: Da gibt es keinen Unterschied.

Warum sind die anderen Friseure nicht in der Innung?

Weinitschke: Die möchten den Innungsbeitrag nicht leisten.

Was nehmen Sie für einen Haarschnitt?

Weinitschke: Ich gehöre nicht zu den Hochpreisigen. Der Haarschnitt kostet 37 Euro.

Ich zahle 30.

Weinitschke: Beim Präsidenten. Ihr Friseur ist der Präsident der deutschen Friseure.

Wusste ich nicht.

Weinitschke: Die Kalkulation ist unterschiedlich. Wir arbeiten weniger nach Marke als nach Klasse.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Haben Sie genügend Auszubildende?

Weinitschke: Nein, die Zahlen sind seit längerem rückläufig. Mit Ausnahme dieses Jahres haben wir immer Lehrlinge gehabt.

Wie bezahlen Sie die Azubis?

Weinitschke: Da muss ich nachschauen. Wir haben neue Tarife. Im 1. Lehrjahr 345 Euro, im zweiten 555 und im dritten 675 Euro.

Im Vergleich zu anderen Berufen ist das nicht viel.

Weinitschke: Das ist nicht viel, aber man muss bedenken, dass es in unserem Beruf auch gutes Trinkgeld gibt.

Welche aktuellen Trends gibt es im Augenblick bei den Friseuren?

Weinitschke: Bei den langen Haaren sind es bewegte Wellen im Hollywood-Style. Man gibt heute Trends vor, aber die Individualität spielt dabei ein große Rolle.

Geben Sie den Kunden auch Ratschläge?

Weinitschke: Ja natürlich. Wir müssen die Kopfform berücksichtigen und auch die Nutzung des Haarwuchses zuhause und außerhalb.

Was kostet so eine Haarpracht?

Weinitschke: Bei den Damen kann das mit Färben bis zu 140 Euro kosten.

Was macht die Kreishandwerkerschaft für Sie? Sie sind ja als Innung Mitglied.

Weinitschke: Die beraten uns und machen auch die Buchhaltung.

Die totale?

Weinitschke: Ja, das können die besser als wir, die wir den ganzen Tag Kunden bedienen.

Haben Sie in Ihren Beruf noch andere Funktionen?

Weinitschke: Ja, ich bin auf Landesebene Fachbeiratsleiter und kümmere mich um die jeweilige Moderichtung.

Auf meinem Kopf ist nicht viel zu machen. Danke für das Gespräch.

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