Antenne AC zieht seine Kreise: Lokalsender feiert sein 25-Jähriges

Von: Laura Laermann
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25 Jahre Antenne AC: Zum Jubiläum bestritt Ex-Chefredakteur Achim Kaiser (r.) mit Moderatorin Martina Kilian noch mal eine Sendestunde, sehr zur Freude des aktuellen Chefs Peter Engels. Foto: Laura Laermann

Würselen/Aachen. „Ganz spontan. Was fällt dir als erstes ein zu 25 Jahren Antenne AC?“, fragt Moderatorin Martina Kilian. „Goldene CDs, Tonbänder und eine unglaublich schöne Zeit“, antwortet Studiogast Achim Kaiser und schmunzelt.

Man hört den beiden Radiostimmen gerne zu, wenn sie im Live-Interview über die alten Zeiten im Radio plaudern. Auch beim Blick ins Studio fällt es nicht schwer, den beiden Profis zuzusehen, die locker in ihre Mikros quatschen und ganz entspannt sind. Ein Spiegelbild der Redaktion: Die Tür zum Studio von Antenne AC ist stets geöffnet, auch während der Sendung. Die lockere Atmosphäre war schon immer ein Teil des Senders, doch im Laufe von 25 Jahren hat sich auch einiges geändert.

Am 7. Dezember 1991 im Drimbornshof in Eschweiler hatte der Radiosender seinen Anfang. „Wir waren die Pioniere im Lokalfunk“, erinnert sich Achim Kaiser, seinerzeit eine der beliebtesten Radiostimmen der Region. „Das war etwas ganz Neues für die Leute. Lokales Radio gab es vorher nicht.“

Improvisation gefragt

Der 57-Jährige war von Anfang an dabei, zunächst als freier Moderator, fünf Jahre später als Chefredakteur von Antenne AC. „Früher hatten wir mehr Freiheiten, mussten aber auch häufiger improvisieren, wenn beispielsweise der CD-Player mal nicht funktionierte“, erklärt Kaiser, mittlerweile Lokalchef bei den Aachener Nachrichten. Die Moderatoren arbeiteten damals mit Jingles und Tonbändern, die sogar noch während der Nachrichten gewechselt werden mussten. „Das war noch richtiges Handwerk.“ Kaum vorstellbar im Zeitalter der Digitalisierung.

Heute sind es Playlisten, viele Knöpfe und Regler, die den Radioalltag bestimmen. Umso mehr setzt Antenne AC nun auf inhaltliche Stärke. „Unser Fokus liegt auf den lokalen Geschichten“, sagt Peter Engels, aktueller Chefredakteur von Antenne AC. „Wir wollen nah an unseren Hörern sein und die Lebenswirklichkeit abbilden.“

Bestes Beispiel dafür ist die interaktive Morning-Show des Senders. Jeden Morgen zwischen 5.30 und 10 Uhr fährt ein Reporter in die Region, besucht Menschen spontan bei der Arbeit, beschreibt Sonnenaufgänge oder schlendert durch die Innenstädte. Der Radiohörer ist live dabei und kann reagieren. „Wir sind für viele Menschen ein Tagesbegleiter“, sagt Engels. So melden sich Hörer, wenn ihr Papagei entflogen oder ihr Hund weggelaufen ist. „Wenn etwas passiert, kümmern wir uns.“ Antenne AC bringt nicht nur Tier und Herrchen wieder zusammen, sondern hilft bei jeglichen Problemen.

Mit sozialen Projekten, wie der Aktion Lichtblicke, erreichen Antenne AC und die anderen NRW-Radios Hunderttausende Menschen. Es sind die persönlichen Geschichten, die Menschen berühren und hören möchten. Radio lebt von Emotionen.

Auch Achim Kaiser, der im Jahr 2000 zum Zeitungsverlag wechselte, erinnert sich an einen besonders emotionalen Moment in seiner Radiozeit. Als er am 11. Mai 1999 erfuhr, dass Alemannias Trainer Werner Fuchs gestorben war, konnte er es zunächst nicht glauben. Kurz vor dem Zweitligaaufstieg der Alemannia starb sein Freund unerwartet an Herzversagen. Innerlich niedergeschlagen, war es für Kaiser eine Herausforderung, in diesem Moment professionell zu bleiben und den Radiohörern die Nachricht zu übermitteln: „Das war nicht leicht für mich. Danach sind dann auch Tränen geflossen.“

Ein Höhepunkt dagegen war ein Interview mit Herbert Grönemeyer. Zum fünften Geburtstag des Senders wurde Grönemeyer per Telefon aus London live ins Studio nach Eschweiler geschaltet. „Alles hat auf den Punkt genau funktioniert. Das Gespräch mit ihm war großartig“, sagt Kaiser.

Den Auftakt im aktuellen Jubiläumsjahr bestritt Sänger Clueso Anfang Dezember mit einem Konzert in Eschweiler. Weitere bekannte Moderatoren, wie Jenke von Wilmsdorff oder Daniel Aminati, die bei Radio Aachen und Antenne AC begonnen haben, kamen zum Geburtstag ins Studio. Gebührend wird das Vierteljahrhundert gefeiert, eine Zeit, in der viel passiert ist.

Während Antenne AC zu Beginn der 90er stark sportorientiert war, wurde das Programm nach 2000 musiklastiger. 2010 schlossen sich Radio Aachen und Antenne AC zu einem großen Sender zusammen. Vorher stichelten die Konkurrenten mit ihren Slogans. „Wir ziehen Kreise“, lautete damals der von Antenne AC. Radio Aachen konterte mit „Wir bringen es auf den Punkt“ Die „Rivalitäten“ sind Vergangenheit.

Heute präsentiert sich der lokale Sender vielfältig mit einem Mix aus guter Musik, Polittalks und lokalen Themen. Laut aktuellen Marktforschungsdaten hat Antenne AC den weitesten Hörerkreis der in der Städteregion zu empfangenden Radiosender. Rund 100.000 Menschen hören täglich zu.

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