Anteil ausländischer Bürger steigt

Von: Robert Esser
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Aachen. Mehr als jedes dritte Kind, das eine Aachener Grundschule besucht, hat ausländische Wurzeln. „Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund beträgt mittlerweile 38 Prozent”, sagt die Integrationsbeauftragte der Stadt Aachen, Iris Kreutzer.

Innerhalb der vergangenen vier Jahre sei der Anteil der Kinder mit „nicht-deutscher Erstsprache” um fünf Prozent gestiegen. Auch insgesamt wächst die Zahl der Menschen, die ausländische Wurzeln haben und in Aachen leben.

Dabei müsste die Zahl der Ausländer eigentlich noch stärker wachsen. Rund 78.000 der 245141 Aachener, die das Einwohnermeldeamt zum Stichtag 31. Dezember 2010 zählte, haben ausländische Wurzeln - besitzen also einen sogenannten Migrationshintergrund. Das ist knapp ein Drittel der kaiserstädtischen Bevölkerung. Von diesen 78.000 besitzen 33603 Menschen keinen deutschen Pass. Das sind 277 mehr als 2009. Das teilte die Stadt Aachen auf Anfrage der Aachener Zeitung mit.

„Allerdings kommen immer noch weitere Ausländer in Aachen dazu. Und viele lassen sich einbürgern und zählen damit statistisch nicht mehr zu den Ausländern”, sagt der Demographie-Beauftragte der Stadt, Bodo Dauvermann-Abel. Vergangenes Jahr beantragten 517 Personen in Aachen die Einbürgerung erfolgreich - fast genauso viele wie im Jahr zuvor. Insgesamt sind 16.000 Aachener eingebürgert. 22.000 deutsche Staatsangehörige, die jetzt in der Kaiserstadt leben, wurden nach Angaben der Stabsstelle Integration im Ausland geboren.

Seit den 60er Jahren lockte die Bundesrepublik Gastarbeiter an - bis in den Westzipfel. Ein Großteil ist bis heute geblieben - inklusive vieler Nachfahren. Mittlerweile leben 6891 Türken in Aachen. Sie stellen mit Abstand die größte ausländische Bevölkerungsgruppe. Auf dem zweiten Rang würde eigentlich das ehemalige Jugoslawien stehen. Addiert man Bosnien-Herzegowina (Rang 6 / 1061), Kroatien (Rang 8 / 911) und Serbien (Rang 11 / 817), kommt man auf 2789 Menschen. Doch diese gehören bekanntlich seit geraumer Zeit drei Staaten an.

Also landen die Niederländer zum Jahreswechsel 2010/2011 mit 1618 Bürgern auf Rang 2 der Liste der Landsleute, die die höchsten Ausländeranteile der Stadt stellen - gefolgt von Griechen (1444) und Polen (1355). Danach weist die Aachener Statistik auf Platz 5 exakt 1341 Chinesen aus. „Viele von ihnen studieren an der RWTH, der Zustrom aus Fernost wird stärker”, sagt Bodo Dauvermann-Abel.

Auch Iris Kreutzer macht einen klaren Trend aus: „Es gibt immer mehr Personen mit Migrationshintergrund - dazu zählt vor allem die sogenannte zweite Generation.” 2006 lag der Anteil bei 30,7 Prozent, aktuell bei circa 32 Prozent.
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