„Antanzen“ ist in Aachen ein großes Problem

Von: Oliver Schmetz und Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Laut Jost Schützeberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen, fehle ein „hinreichender Tatverdacht“ für eine Untersuchungshaft im Fall des jungen Algeriers. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Aachener Staatsanwaltschaft nimmt Fälle des „Antanztricks“, der seit den Vorkommnissen in Köln in der Silvesternacht traurige „Berühmtheit“ erlangt hat, gebündelt ins Visier.

Unabhängig von der Art der Straftat – oft Diebstahl, Raub und Körperverletzung – werden die Ermittlungen zu solchen Fällen, bei denen kleine Gruppen von meist nordafrikanischen Tätern ihr Opfer umringen und dann ausplündern, nun in der „politischen Abteilung“ der Behörde konzentriert.

So seien die Wege kürzer und man könne die Gesamtsituation besser analysieren, wie Jost Schützeberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft, erläutert: „Wir haben dies seit Monaten beobachtet und uns zu diesem Schritt entschlossen, um möglichst effektiv arbeiten zu können.“ Ähnlich ist man bereits in Sachen Rockerkriminalität verfahren. Mit Erfolg. Innerhalb weniger Monate habe es zahlreiche Festnahmen gegeben.

Nach Informationen unserer Zeitung hat sich das „Antanzen“ in Aachen zu einem massiven Problem entwickelt. Täglich komme es zu Taten und Anzeigen. Oft sind Täter beteiligt, die eine enorme Anzahl von Straftaten in kurzer Zeit begangen haben, heißt es aus Polizeikreisen.

So etwa jener 18-jährige Algerier, der am vergangenen Wochenende drei Mal festgenommen und jedes Mal nach kurzer Zeit wieder freigelassen wurde. Insgesamt soll er in den ersten zwölf Tagen des Jahres sechs Mal ins Gewahrsam gekommen sein. Seine Akte umfasst nach AZ-Informationen rund 40 Straftaten. Die Staatsanwaltschaft hat in Bezug auf die Fälle vom Wochenende bisher keine U-Haft beantragt.

Es fehle ein „hinreichender Tatverdacht“. Die Ermittlungen liefen noch. Auch auf der Intensivtäterliste der Kripo suche man den Namen vergeblich, sagen frustrierte Polizisten. Das treffe auch auf andere Personen aus dem Kreis der „Antänzer“ zu, die vielfach Straftaten begangen hätten.

Die Polizei will detaillierte Fragen unserer Zeitung zu diesem Themenfeld zunächst nicht beantworten und verweist auf eine Pressekonferenz am Dienstag. Titel: „Sicherheit in Aachen“.

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